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Stadthagen Stadt Betriebsrat: „Leichtsinnig, Know-how zu opfern“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Betriebsrat: „Leichtsinnig, Know-how zu opfern“
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21:27 11.06.2010
Faurecia steht in der Kritik.
Faurecia steht in der Kritik. Quelle: pr.
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Stadthagen (jpw). Hartmann ist sich sicher, dass es „genügend Instrumente gibt, den zeitlichen Überhang von Personal sinnvoll und kostenbewusst zu überbrücken.“

Seit Anfang des vergangenen Jahres sei Kurzarbeit vereinbart worden, mindestens bis zum Jahresende, betonte der Betriebsratsvorsitzende: „Diese ist in der Zentrale zu einem geringen Anteil ausgeschöpft.“ Weil der Betriebsratsvorsitzende die Situation nicht als „strukturelles, sondern als temporäres Problem“ ansieht, bildet für Hartmann „das Ausschöpfen der Kurzarbeit“ die erste Möglichkeit.

Es sei damit zu rechnen, dass die großen Automobilhersteller in den nächsten Jahren auch wieder neue, größere Projekte ausschreiben. Mit Blick darauf findet es Hartmann „leichtsinnig, das Know-how zu opfern“. Nach den ersten Anzeichen werde es wohl auch Mitarbeiter treffen, die über eine hohe Qualifikation verfügen. Es müsse die Chance erhalten bleiben, mit gut ausgebildetem Personal die Zukunft in Stadthagen mit neuen Aufträgen, „die vielleicht nicht in 2010, sondern erst in 2011 kommen“, auch zu bewältigen.

„Wir geben uns nicht damit geschlagen, und sagen, dass alles richtig ist, was der Arbeitgeber sagt, sondern wir versuchen noch möglichst gute Konditionen für die Kollegen auszuhandeln“, versicherte der Betriebsratschef.

Als „nicht den besten Stil“ bezeichnete Hartmann die Art, wie ihn die Arbeitgeber über den geplanten Abbau von Arbeitsplätzen informiert hätten. Es habe nicht die Möglichkeit gegeben, zu reagieren, weil die Kollegen zeitgleich mit dem Betriebsrat informiert worden seien.

Nach Hartmanns Angaben, der sich gestern auf der Rückreise von einer Aufsichtsratssitzung befand, tagt am Montag der Betriebsrat des Stadthäger Werkes. Dieser wird das weitere Vorgehen abstimmen, zumal wohl das „nicht der einzige Personalabbau bleiben wird“. Geplant sei, auch im Produktionsbereich Arbeitsplätze abzubauen. „Die Größenordnung ist uns jetzt noch nicht so ganz geläufig“, sagte Hartmann, der nicht spekulieren wollte. Man müsse mit einer „gewissen Anzahl“ rechnen.

Wichtig sei, Werk und Zentrale jetzt nicht zu trennen: „Wir haben einen Standort zu vertreten.“ Wenn es in der Zentrale um Probleme gehe, wirke sich das auch auf das Werk aus.