Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Bettenhaus bleibt doch stehen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Bettenhaus bleibt doch stehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 01.06.2018
In das frühere Bettenhaus des Krankenhauses soll die Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg einziehen.
In das frühere Bettenhaus des Krankenhauses soll die Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg einziehen. Quelle: ssr
Anzeige
Stadthagen

Die Zustimmung des Kreisausschusses in seiner Juni-Sitzung gilt als sicher.

Kreisbaudezernent Fritz Klebe erläuterte im Ausschuss, warum die Verwaltung den genannten Weg vorschlägt: Ursprünglich hatte auf dem Areal des Bettenhauses und direkt südlich angrenzend Wohnbebauung (wir berichteten) entstehen sollen. Doch mittlerweile hat sich herausgestellt, dass private Grundstückseigentümer, deren südlich angrenzende Flächen man dafür bräuchte, nicht mitwirken werden. Und nur auf der Fläche des Bettenhauses selber zu bauen, würde für die dort entstehenden Wohnungen „viel zu hohe Erschließungskosten bedeuten, was die Sache unwirtschaftlich macht“. Ergo: „Wenn ich dort nicht bauen kann, muss ich das Bettenhaus auch nicht abreißen.“ Dieses Gebäude befinde sich insgesamt gesehen in einem guten Zustand.

Reduzierung der Wohnbebauung

Der neue Sachstand bedeutet eine weitere Reduzierung der auf dem Krankenhausareal geplanten Wohnbebauung. Ursprünglich waren 70 Wohneinheiten geplant gewesen. Dann hatte die Stadt den südwestlichen Teil aus grünplanerischen und städtebaulichen Gründen ausgeschlossen. Das hatte zu einer Reduzierung um die Hälfte geführt. Die jetzige Entscheidung bedeutet eine weitere Verringerung auf dann noch knapp 20 Wohneinheiten. Diese könnten auf dem Areal des früheren Hubschrauberlandeplatzes errichtet werden.

Eigentlich hatte die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWS) ins Sockelgeschoss des Hauptgebäudes ziehen sollen. Doch mittlerweile hat sich laut Klebe herausgestellt, dass das Bettenhaus von der Größe her für den Betrieb genau passen würde: „Die AWS kann sich gut vorstellen, da hineinzuziehen.“ Für den Umbau der Patientenzimmer in Büros, den Austausch von Fenstern, die Erneuerung der Nordfassade und den Bau einer Fluchttreppe müssen insgesamt 1,5 Millionen Euro aufgewendet werden. Durch die entfallenden Abrisskosten können 216 000 Euro gegengerechnet werden.

Nun soll die Kreisverwaltung mit der AWS eine vertragliche Regelung zur Finanzierung der Umbaukosten aushandeln. „Im Idealfall müssen wir für die Investition dann nichts aus dem Kreishaushalt nehmen“, so Klebe.

AWS kann sich Einzug vorstellen

Im für die AWS nicht mehr benötigten Sockelgeschoss des Hauptgebäudes, das ansonsten von Jugend- und Gesundheitsamt bezogen werden soll, könnte sich laut Klebe eine weitere Verwendung durch die Kreisverwaltung ergeben. Denkbar sei aber auch eine Vermietung an externe Nutzer, etwa Ärzte.
Als einziges Ausschussmitglied äußerte Cornelia Jäger (CDU) Bedenken: „Ich sehe das eher kritisch, da mir die Finanzierung noch zu ungeklärt ist.“ Jäger enthielt sich der Stimme, während alle anderen Baupolitiker dem geschilderten Vorgehen zustimmten. Margot Zedlitz (AfD) fand, duch die AWS ergebe sich „eine wundervolle Nutzung des Bettenhauses“.

Mit der Fertigstellung sämtlicher Umbauarbeiten an allen Krankenhaus-Gebäuden rechnet die Kreisverwaltung für März 2020. ssr