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Stadthagen Stadt Bluttat in Stadthäger Schrebergarten: Anklage gegen 18-Jährigen erhoben
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Bluttat in Stadthäger Schrebergarten: Anklage gegen 18-Jährigen erhoben
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13:15 17.04.2019
Die Polizei sichert nach dem Verbrechen auf dem Grundstück in der Kleingartenkolonie am Krummen Bach Spuren. Quelle: rg
Stadthagen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Stadthäger vor, aus Eifersucht auf seine Bekannte mit einem Messer mehrfach eingestochen, -getreten und -geschlagen zu haben. Die Behörde spricht von einem „Tötungsvorsatz“. Allerdings sei er strafbefreiend von der Tat zurückgetreten. Aus diesem Grund stuft die Staatsanwaltschaft die Tat auch nicht als versuchten Totschlag, sondern als gefährliche Körperverletzung ein.

Die beiden waren im November in eine Parzelle der Kleingartenkolonie am Krummen Bach eingestiegen. Als es dann zu einer Auseinandersetzung kam, eskalierte die Situation. Der damals 17-Jährige prügelte auf die junge Frau ein, trat zu und verletzte die Stadthägerin mit einem Teppichmesser unter anderem schwer am Hals. Der Heranwachsende ließ dann von seiner Freundin ab und lief zum Kreishaus. Von dort alarmierte die Rettungskräfte. Er selbst stellte sich der Polizei. Die junge Frau wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Notärzte hatten unabhängig voneinander von „lebensbedrohlichen Verletzungen“ gesprochen. Sie musste mehrfach operiert werden. Aufgrund der Schwere der Verletzungen ermittelten die Beamten anfangs wegen des Verdachtes eines versuchten Tötungsdeliktes.

Doch die Staatsanwaltschaft Bückeburg stufte den Vorwurf auf gefährliche Körperverletzung zurück. Der Grund: Der Tatverdächtige habe von seinem Vorhaben abgelassen. Auch musste der Stadthäger nicht in Untersuchungshaft. Das hatte seinerzeit bei Verwandten und Bekannten des Opfers für Unmut gesorgt.

Verhandelt wird vor dem Stadthäger Jugendschöffengericht nach Jugendrecht. Nach Angaben von Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig werden 15 Zeugen sowie ein medizinischer Sachverständiger geladen. Da nach Jugendrecht verhandelt wird, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Strafmaß reicht im Falle einer Verurteilung von sechs Monaten bis fünf Jahren Haft.

Wie es der jungen Frau heute geht, konnte Dreißig nicht sagen. Dem Vernehmen nach hatte sie neben der gefährlichen Schnittwunde am Hals diverse Verletzungen besonders an den Armen erlitten. Sie hatte versucht, sich vor den Messerstichen zu schützen. Auch war ihr Gesicht völlig zugeschwollen und sie hatte den Schuhabdruck des damals 17-Jährigen im Gesicht, was für die Wucht des Trittes spricht.

Ein Verhandlungstermin ist noch nicht anberaumt.

Von Verena Gehring