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Stadthagen Stadt Bombendrohung gegen Festhalle: Polizei begleicht offene Rechnung
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18:34 26.02.2020
Das Rote Kreuz und die Polizei waren nach der Bombendrohung an der Festhalle im Einsatz. Quelle: Archiv
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Stadthagen

Wie berichtet, mussten im April 2018 etwa 900 Gäste einer türkischen Hochzeit nach einer Bombendrohung außerhalb der Festhalle versorgt werden. Die Polizei eskortierte die Personen anschließend in die Kreissporthalle. Dort allerdings wurde aus einer kurzzeitigen Unterbringung ein Fortführen der Feier bis 2.30 Uhr.

Das Deutsche Rote Kreuz war die Nacht über im Einsatz und versorgte die Hochzeitsgäste, die in der Sporthalle weiterfeierten. Getränke, Toilettenpapier sowie weitere Kosten beliefen sich am Ende auf 1665 Euro. Hinzu kam eine Rechnung, die der Landkreis gestellt hatte. Darin enthalten Schäden an der Halle, Reinigungskosten und weitere Aufwendungen. Diese belief sich auf 1500 Euro. Das Hochzeitspaar spendete dem DRK 300 Euro.

Polizei lehnte zunächst ab

In den vergangenen Monaten war ein Streit darüber entbrannt, wer für die beiden Rechnungen aufkommen muss. Das zuständige Polizeidezernat prüfte die Forderung und lehnte sie im ersten Schritt ab.

Doch jetzt die Kehrtwende: Die Polizei erstattete vor Wochen dem DRK die Ausgaben. Jetzt beglich die Behörde auch noch die letzte noch ausstehende Rechnung. Wie Schaumburgs Polizeichef Frank Kreykenbohm auf Anfrage mitteilt, ist das Geld an den Landkreis bereits überwiesen. „Wir wollten verhindern, dass das Ganze bis vors Verwaltungsgericht geht“, erläutert er. Das hätte möglicherweise die „gute Zusammenarbeit“ zwischen Stadt, Landkreis und Polizei vergiftet.

Polizei trägt zwei Drittel trägt, Landkreis ein Drittel

Die Verwaltung sei der Behörde in Sachen Rechnungshöhe auch entgegengekommen. Während die Polizei zwei Drittel trägt, übernimmt der Landkreis ein Drittel. Doch bis es so weit war, haben etliche Gespräche geführt werden müssen.
Nach Angaben Kreykenbohms hat die Polizei im Dezember die Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt, inwiefern diese sich an den Ausgaben beteiligen möchte.

Aufgrund des Krankenstandes in der Verwaltung liegt der Polizei noch keine Entscheidung vor, teilt der Behördenleiter mit. Doch Theiß teilt auf Anfrage mit, dass die Stadt sich entschlossen hat, ein Drittel der Kosten zu tragen, etwa 500 Euro. Diese Information scheint in der Polizeiinspektion aber noch nicht angekommen zu sein.

Unklare Zuständigkeit

Das Stadtoberhaupt spricht von einer „gütlichen Einigung“, die man erzielen wollte. Denn vor Ort war vonseiten der Stadt an besagtem Abend niemand. Dem Vernehmen nach war das Notfallhandy aus. Unklar sei aber auch, so Theiß, ob sie überhaupt zuständig gewesen wäre, da anfangs ein klarer Polizeieinsatz vorlag.

Für die Zukunft, so Kreykenbohm, habe die Behörde aus dem Geschehen gelernt. Künftig soll bei ähnlichen Lagen die Verantwortungszuständigkeit der Beteiligten besser geklärt werden. Kreykenbohm: Wir wollen nicht noch einmal in so eine Situation kommen.“

Von Verena Gehring