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Stadthagen Stadt "Car-Freitag": Szene-Treffen hat ein juristisches Nachspiel
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt "Car-Freitag": Szene-Treffen hat ein juristisches Nachspiel
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17:56 22.04.2019
Hunderte Tuning-Fans begutachten die polierten Autos. Doch die Veranstaltung war nicht angemeldet und genehmigt. Quelle: ab
Stadthagen

Wie berichtet, hatten sich Autoliebhaber ab 10 Uhr in Stadthagen getroffen. Die Treffen nennt die Szene „Car-Freitag“. 400 bis 500 Autos säumten die Parkplätze von Expert, Rewe und der Shell-Tankstelle. An die 1000 vornehmlich junge Leute stellten sich die Fußwege entlang, um die polierten Karosserien zu bestaunen.

Dazu nahmen sie unter anderem Campingstühle mit. Auf der Straße beschleunigten die Fahrer ihre PS-Bolliden immer wieder.

Anwohner rufen wegen Ruhestörung die Polizei

Während die Zuschauer die Autos und deren Leistungen beschauten, gingen auf der Polizeiwache die ersten Beschwerden ein. Anwohner kritisierten die aufheulenden Motoren und das Knallen der Auspuffanlagen. Die Polizei war ebenfalls immer wieder vor Ort, um die Lage zu beurteilen.

Wie ein Sprecher mitteilt, kam es zwar zu keinen strafbaren Handlungen. Aber die Veranstalter, 19 und 22 Jahre alt, müssen sich unter anderem wegen eines Verstoßes gegen das Feiertagsgesetz verantworten. Die Behörden prüfen derzeit, ob die Schaumburger zur Rechenschaft gezogen werden können.

Zuständig dafür wäre dann die Stadt als Ordnungsbehörde. Eingeladen hatte das Duo über Facebook. Doch weder hatten sie die Veranstaltung angemeldet, noch wäre sie an dem Feiertag überhaupt gestattet worden.

Teilnehmer kommen aus NRW oder Berlin nach Stadthagen

Wie die Polizei mitteilt, gab es besagten „Car-Freitag“ bereits im vergangenen Jahr in Stadthagen. Doch damals sei die Teilnehmerzahl deutlich unter der aktuellen gewesen. In diesem Jahr kamen die Teilnehmer aus gesamt Niedersachsen sowie aus Nordrhein-Westfalen und Berlin.

Die Ermittler erklären sich das mit der „günstigen Lage“ der Kreisstadt aufgrund der Näher zur A 2 und der Anbindung an die B 65. Auch die Ortsumfahrt mit ihrer autobahn-ähnlichen Führung lade zum Ausfahren der getunten Fahrzeuge ein.

Um das Rasen zu unterbinden, positionierte sich eine Streifenwagenbesatzung entlang der Ausfallstraße Stadthagens, der B 65 in Richtung Nienstädt. Dort laserten die Beamten die Autos, die zu schnell unterwegs waren. Dabei registrierten sie zahlreiche Fahrer, die im Bußgeldbereich lagen. Außerdem kam es zu Fahrverboten.

Waren die Besitzer der Parkplätze in das Treffen eingeweiht?

Für die Polizei war die Lage ansonsten ruhig. Es kam nach Angaben eines Sprechers zu keinen Auseinandersetzungen unter den Hunderten Besuchern. Dennoch sehen auch die Beamten die Veranstaltung sehr kritisch. Immerhin sei der Karfreitag ein besonders geschützter Feiertag. Da passe so eine laute Veranstaltung natürlich gar nicht zu, heißt es.

Inwieweit die Besitzer der Parkplätze in das Tuning-Treffen involviert waren, muss noch geprüft werden. Von dem Besucherandrang profitiert haben vor allem die Tankstelle und der McDonald‘s. Die jungen Leute deckten sich dort mit Essen und Getränken ein.

Neuauflage von "Car-Freitag" in Stadthagen noch unsicher

Um 16.30 Uhr war der Trubel vorbei. Beim Abreiseverkehr kam es noch zu Verkehrsbehinderungen. Dann war wieder Ruhe auf der Jahnstraße eingekehrt.

Inwieweit kommenden Karfreitag ein ähnliches Zusammenkommen in Stadthagen geplant ist, kann derzeit nicht gesagt werden. Das hängt sicherlich auch davon ab, ob die Veranstalter nach den juristischen Konsequenzen noch Lust darauf haben. von Verena Gehring