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Stadthagen Stadt Corona: So meistert das DRK die Blutspende an der IGS Schaumburg
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19:44 19.03.2020
Philipp Böcker misst den Abstand zwischen den Liegen. Er muss mindestens eineinhalb Meter betragen. Quelle: jemi
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Das Fieberthermometer piept: Es zeigt 36,8 Grad. Alles im grünen Bereich. Abiturientin Marie Hartmann winkt den Mitschüler durch, er hat die erste Hürde zur Blutspende gemeistert. Den Hauptorganisatoren der Blutspende, Philipp Böcker und Oliver Ziebolz, ist die Anspannung anzumerken.

Böcker ist Schüler der IGS und hat Monate damit verbracht, die Aktion gemeinsam mit Mitschülern und Ziebolz, Gebietsreferent des Blutspendediensts, auf die Beine zu stellen. „Aber die beiden letzten Wochen waren wirklich stressig“, sagt der 18-Jährige. Täglich prasselten Fragen auf ihn ein, ob denn die Blutspende trotz des Coronavirus stattfinden könne.

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Zusage am Montag

„Aber ich konnte ja keine klare Aussage treffen. Ich kann das schließlich nicht entscheiden.“ Er habe auf die Statements vom Deutschen Roten Kreuz, Gesundheitsamt, Landkreis und der Schule warten müssen. Am Montag kam dann die Zusage, dass alles wie geplant über die Bühne gehen könne.

Ziebolz betont, dass Blutspenden gerade in der jetzigen Situation unheimlich wichtig seien. „Wir brauchen täglich frische Spenden.“ Genug Spender zu finden sei tatsächlich das geringste Problem, berichtet er. Schwieriger sei es, geeignete Räume zu finden, die noch offen sind. Auch die Ehrenamtlichen stehen Ziebolz zu Folge nicht mehr in dem Maß zur Verfügung wie vor der Corona-Krise. Einige von ihnen seien beispielsweise Risikopatienten.

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Dass die Hygienemaßnahmen derzeit besonders streng sind, versteht sich von selbst. Da sind sich alle Helfer und Spender einig. Ins Gebäude kommen nach der Temperaturmessung nur die Spender, die ihre Hände am Eingang unter Anleitung desinfizieren. Darauf achten Marie Hartmann und Fatma Adanur. Die Schülerinnen helfen mit, damit der Blutspendetag reibungslos ablaufen kann. „Die Stimmung ist aber seltsam“, haben sie festgestellt. Gedrückt und etwas unsicher.

Alle müssten aufgefordert werden, dass der Abstand von mindestens eineinhalb Metern eingehalten werde. „Eine Mitschülerin mussten wir gerade wieder wegschicken, weil ihr Vater im Ausland gearbeitet hat.“ Auch ein Ehepaar, das gerne Blut gespendet hätte, muss wieder gehen. Der Mann und die Frau waren vor Kurzem in der Schweiz. Alle Menschen, die in den vergangenen vier Wochen im Ausland waren, dürfen nicht ins Gebäude. Das sei den Helfern von der zuständigen Ärztin angeordnet worden.

Vorsicht ist auch bei der Essensausgabe nach der Spende geboten. „Das geben nur wir raus“, sagt Ziebolz. Ein gemütliches Beisammensein, wie sonst nach Blutspenden durchaus üblich, falle aus.

Am Ende der Aktion blickt Böcker zufrieden drein: Über 70 Spenden sind zusammengekommen. Die Mühe hat sich gelohnt.

Von Jennifer Minke-Beil