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Stadthagen Stadt Darum begeistern sich WBG-Schüler für Roboter und Informatik
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Darum begeistern sich WBG-Schüler für Roboter und Informatik
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19:15 13.11.2019
Isabell Stahlhut (3. von links) mit ihren Schülern Anna, Emily, Laila, Robert, Frederik und Tom, die sie unter anderem für den Preis vorgeschlagen haben. Quelle: jemi
Stadthagen

„Hätte mir vor ein paar Jahren jemand gesagt, dass ich Informatik mögen würde, den hätte ich ausgelacht“, schmunzelt Laila. Sie besucht den 11. Jahrgang des Wilhelm-Busch-Gymnasiums (WBG) und eines ihrer Lieblingsfächer ist eben Informatik. Ausgelöst hat diese Leidenschaft Lehrerin Isabell Stahlhut. Die 35-jährige Pädagogin schaffe es immer wieder, Schüler und Schülerinnen für das Fach zu begeistern, sagt die Elftklässlerin. Von ihrer Arbeit hat sie auch die Jury der Stiftung „NiedersachsenMetall“ beeindruckt und überzeugt. Sie zeichnete Stahlhut für ihr Engagement als Lehrerin in den sogenannten MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) aus.

636 Schüler nehmen an Robotik- und Informatikwettbewerben teil

Durch ihr motivierendes und mitreißendes Engagement habe sie es am WBG geschafft, eine wahre Begeisterungswelle für Informatik und Robotik auszulösen. Im vergangenen Schuljahr nahmen 636 Schüler an Robotik- und Informatikwettbewerben teil – und das von einer Gesamtzahl von 787 Schülern. „Der Preis ist natürlich eine Wertschätzung meiner Arbeit und macht mich stolz“, sagt Stahlhut. Aber auch für die Schule und vor allem für die Schüler sei der hochkarätige Preis ein schöner Erfolg. Schließlich hatten ihre Schüler die Bewerbung an die Stiftung geschickt und sich dafür eingesetzt, dass ihre Lehrerin die Auszeichnung erhält. 38 Seiten hatten die Schüler verfasst, um die Jury zu überzeugen.

Arbeit scheut die 35-Jährige nicht. So sei sie häufig die letzte, die die Schule am Abend verlasse. Nicht nur die direkte Arbeit mit den Schülern gehöre dazu, sondern auch „Klinkenputzen“, um Fördergelder einzuholen, die Planung der Reisen zu den Wettbewerben und die Ausrichtung von „World Robot Olympiad“ in der eigenen Schule. Auch 2020 soll der Regionalwettbewerb wieder im WBG stattfinden.

Auch für Mädchen interessant

Für Stahlhut ist es wichtig, dass die Jungen und Mädchen schon früh an die Informatik herangeführt werden – und zwar mit Spaß. Es gehe dabei nicht nur ums Programmieren, sondern auch um kreative Umsetzungen beispielsweise bei der Gestaltung von 3-D-Modellen. Die breite Masse anzusprechen und nicht nur informatik-begeisterte Schüler – das gelingt Stahlhut augenscheinlich – auch bei den Mädchen. Bevor sich Stahlhut der Informatik am WBG angenommen hatte, bestand der Informatikkurs in der Einführungsphase zur Oberstufe lediglich aus sechs Prozent Mädchen. Heute sind es 52 Prozent Mädchen. Auch bei den Wettbewerben sind viele Schülerinnen dabei, berichtet Stahlhut.

Werden die Schüler gefragt, was sie so an ihrer Lehrerin schätzen, fällt eine Antwort besonders häufig aus: „Sie kann sehr gut motivieren.“ Frederik Hartmann aus der Jahrgangsstufe 12 weiß in dem Zusammenhang zu schätzen, dass sie das nicht nur bei den „Nerds schafft“, sondern auch die kreativen Köpfe für die Projekte gewinnt. Bei der Umsetzung gehe es schließlich auch um die Gestaltung der Roboter. Stahlhut findet auch die jahrgangsübergreifenden Projekte wichtig, weil die älteren Schüler Hilfestellungen geben können und somit auch noch Sozialkompetenzen entwickeln.

Informatiklehrerin per Nachqualifizierung

Die 35-Jährige freut sich, dass sie die Schüler schon im jungen Alter für die Informatik gewinnen kann. In ihrer Schullaufbahn habe sie keine Förderung auf dem Gebiet erfahren. Informatiklehrerin ist sie erst während ihres Schuldiensts per Nachqualifizierung geworden. „Mittlerweile unterrichte ich kaum noch etwas anderes.“

Für die Jury, die auch aus Vertretern von Kultusministerium, Landesschulbehörde und Leibniz-Universität Hannover bestand, ist die Arbeit von Stahlhut mehr als wichtig. „Mit Kreativität und persönlichem Einsatz machen die ausgezeichneten Lehrer Technik erlebbar und wecken Begeisterung.“ Schließlich sei das gesamte Land darauf angewiesen, dass sich auch künftig junge Menschen für eine Ausbildung in technik-affinen Berufen oder die naturwissenschaftlich geprägt sind, entscheiden, um einen Beitrag für die Wirtschaft zu leisten. Lehrer wie Stahlhut geben aus Sicht der Stiftungsverantwortlichen einen wichtigen Impuls dafür – für Laila und viele andere Schüler aus Stadthagen.

Von Jennifer Minke-Beil