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Stadthagen Stadt Das Kanapee feiert 40. Geburtstag
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Das Kanapee feiert 40. Geburtstag
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00:22 31.08.2018
Heinz Klussmann freut sich auf eine große Geburtstagssause im Kanapee.
Heinz Klussmann freut sich auf eine große Geburtstagssause im Kanapee. Quelle: sk
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Stadthagen

Das Haus gehörte in den Siebzigerjahren den Stadthäger Brüdern Heinz und Milan Neschitsch, ebenso das Nachbarhaus Nummer 18, damals der „Stop-Hähnchengrill“. Die Nummer 17 verpachteten die Brüder 1978 an die Bückeburger Gastronomen Dietmar Warmbrunn und Gesa Duitsmann, die die vorhandene Gaststätte zum Kanapee umbauen ließen.

Ein Berliner Innenarchitekt verwirklichte im lang nach hinten gestreckten Gastraum das Aussehen einer Gasse mit Pflastersteinen auf dem Boden und Schindeln auf den überdachten Sitzabteilen. Fachwerk und gediegene dunkle Möbel prägen das Ambiente, und es gibt das Kanapee, das alte Sofa, gleich links vom Eingang vor buntem Fensterglas.

Das Ambiente der Kneipe, gestaltet als Gasse mit Kopfsteinpflaster, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum geändert.

Zulauf hatte die Kneipe vom Eröffnungstag an. „Es war glühend heiß. Ich habe Blumen hingebracht, und es war voll wie ein Eimer“, erinnert sich launig Jürgen Hoffmann, späterer Bürgermeister von Stadthagen. Mit Ehefrau Karin ist er nach wie vor gern zu Gast im Kanapee. Hoffmann: „Ein Kleinod in Stadthagen.“ Hier trafen und treffen sich Leute verschiedener Altersgruppen. Und die Kneipe stellte in den Achtzigerjahren eine Theken- und Gästemannschaft bei den Turnieren „Stadthagen spielt Fußball“.

Peter Hauß

Zu den Stammgästen gehörte Peter Hauß, der sich an die regelmäßige „Beertime“ erinnert – eine wöchentliche, später monatliche Bierrunde. Der damalige Friseur Otto Hartmann sei unter anderem dabeigewesen, der Arzt Gunter Leupold, Hans Möller und der jüngst verstorbene Bernhard Engelke.

Ins Schwarze getroffen

1988 kaufte Peter Hauß, damals Inhaber der Walter Hauß GmbH & Co. KG, privat die Häuser Nummer 17 und 18. Denn: „Ich wollte schon immer eine Kneipenszene in Stadthagen aufbauen. Und: „Das Kanapee war die bestgehenste Bierkneipe in Stadthagen“, sagt Hauß. In mehreren Reihen hintereinander habe man um die Theke gestanden. Das Motto „Runter vom Sofa, rein ins Kanapee“ traf ins Schwarze.

Open Air punktet das Kanapee mit einem neuen einladend gestalteten Biergarten.

Viele Jahre war Dietmar Warmbrunn Wirt im Kanapee, dann Gesa Duitsmann. 2004 schließlich übernahm Heinz Klussmann das Zepter, wechselte vom Mitarbeiter zum Inhaber.
Sechs Jahre später erfuhr das Kanapee eine Erweiterung. Direkt neben der Kneipe wurde ein Wintergarten angebaut, dort, wo in den Neunzigerjahren der Hähnchengrill abgebrannt war. In Rot- und Brauntönen entstand eine Raucherlounge – eine Reaktion auf das Nichtraucherschutzgesetz, das 2007 in Kraft getreten war.

Jüngste Veränderung ist der 2016 erweiterte und neu gestaltete komfortable Biergarten. Die Restaurierung der ehemaligen Synagoge nebenan, deren Seitenwand dem Biergarten nicht nur Windschutz, sondern jetzt auch einen schönen Anblick bietet, animierte zur Neugestaltung. Peter Hauß als Eigentümer der Kanapee-Immobilie investierte außerdem in eine Erneuerung der Küche und des Sanitärbereichs. sk

  • Welche Erinnerungen haben Sie an Stadthagens urige Kultkneipe? Wir freuen uns über ein paar Zeilen oder gern auch historische Fotos. Kontakt: sn@madsack.de.