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Stadthagen Stadt Das Leben zwischen Angst und Arbeit
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23:14 23.05.2019
Nicholas Müller, lange Zeit Sänger der Band „Jupiter Jones“, thematisiert zu Gast in Stadthagen auch seine eigene Angsterkrankung.
Nicholas Müller, lange Zeit Sänger der Band „Jupiter Jones“, thematisiert zu Gast in Stadthagen auch seine eigene Angsterkrankung. Quelle: bor
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PLSW-Geschäftsführer Bernd Hermeling erklärte dabei, dass ein hoher und steigender Bedarf für das Angebot der ISS bestehe, es für viele Betroffene jedoch schwierig sei, die nötige Anerkennung für die Kostenbewilligung zu bekommen.

An die Lesung von Nicholas Müller, ehemals Sänger der Band „Jupiter Jones“ schloss sich eine Reihe von Fragen der ISS-Mitarbeiter zu dessen Erfahrungen und der Therapie seiner Angststörung an. Der Musiker hatte als Gast der Feier sein Buch „Ich bin mal eben wieder tot. Wie ich lernte, mit Angst zu leben“ vorgestellt und das Publikum mit musikalischen Beiträgen berührt. Müller hatte wegen der Erkrankung die erfolgreiche Band verlassen müssen. Heute steht er wieder auf der Bühne, das Buch, in dem er seine Krankheit thematisierte, erreichte einen hohen Bekanntheitsgrad.

110 Menschen beschäftigt

ISS-Betriebsstättenleiterin Simone Mensching erklärte, dass Müller sicherlich vielen ihrer Mitarbeiter aus der Seele gesprochen und Themen berührt habe, die diese aus eigener Anschauung kennen würden. Rund 110 Menschen, die wegen psychischer Beeinträchtigungen und/oder Suchterkrankungen nicht (mehr) am beruflichen Alltag teilnehmen konnten, sind in der 2009 gegründeten Einrichtung am Helweg tätig. Bei Arbeiten beispielsweise im Bereich Montage oder im Copy-Shop sollen sie arbeitsbezogene Fähigkeiten wieder entwickeln.

Ziel ist die Wiedereingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Auch wenn dies nicht gelingt, erhalten die Mitarbeiter über die Tätigkeit in der Werkstatt die Möglichkeit zur Teilhabe am Erwerbsleben. Und sie werden gestärkt durch die sozialen Kontakte und die feste Tagesstruktur, so Mensching und Hermeling. Der PLSW-Geschäftsführer erklärte, dass angesichts der großen Rolle, die psychische Erkrankungen heute für das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben spielen, ein hoher Bedarf an Angeboten wie dem des ISS bestehe. Allerdings sei es für Betroffene oftmals schwer, von den Kostenträgern wie der Rentenversicherung die dazu nötige Kostenanerkenntnis zu bekommen.

Von Bastian Borchers