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Stadthagen Stadt Der Hausmeister allein im WBG
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22:38 24.07.2019
Hausmeister Michael Hardekopf nutzt die Ferien für kleinere Reparaturen in den Klassenräumen des Wilhelm-Busch-Gymnasiums. Quelle: col
Stadthagen

Es ist nur eine der vielen Aufgaben, die der Hausmeister während der Ferien erledigt. Seit zehn Jahren arbeitet Hardekopf als einer von zwei Hausmeistern mittlerweile am WBG. Sie sind es immer, die morgens um 6.45 Uhr die Schule auf- und abends auch wieder abschließen. Verschlafen habe er noch nie. „Nur einmal sind sie nervös geworden, weil ich auf dem Weg zur Arbeit einen Platten hatte und den Reifen wechseln musste. Pünktlich war ich aber trotzdem“, sagt Hardekopf lachend.

Seit Beginn der Ferien hat er täglich Handwerker in der Schule. Wie berichtet, investiert der Landkreis eine knappe Million Euro in das WBG. Hardekopf ist das gewohnt. „Ich kenne es nur als Baustelle. Seit ich hier angefangen habe, wird in den Ferien etwas gemacht.“

Neue Beamer und Lautsprecher

Auch jetzt muss er sich schnell um eine Lieferung kümmern. Die im Rahmen der Digitalisierung angeschafften Beamer und Lautsprecher müssen sicher verstaut werden, bis sie in die Fachräume können. Der Hausmeister gibt seine Schlüssel, zwei große Bunde, nicht ab. „Bei 95 Prozent weiß ich auf Anhieb, welche Tür sie öffnen.“ Schwierig werde es bei denen, die sich nur durch eine Zahl voneinander unterscheiden. „Von der Schließanlage mit Chip träume ich noch“, sagt er lachend.

Zwischendurch arbeitet der 49-Jährige seine Liste ab: Sind die Schülerfächer in Ordnung, lassen sich die Fenster problemlos öffnen und schließen, funktioniert die Beleuchtung? Nebenbei musste auch mal wieder der Keller ausgemistet werden. „In solch einer großen Schule sammelt sich immer jede Menge an.“ Nebenbei übernimmt Hardekopf auch die Vertretung für die Hausmeister anderer Schulen, beispielsweise der benachbarten IGS oder der Hans-Christian-Andersen-Schule. „Es kommt keine Langeweile auf. Von wegen sechs Wochen Sommerferien, die hat ein Hausmeister nicht.“ Dennoch: „Solche Reparaturen lassen sich nicht mal eben zwischendurch während des Schulbetriebs machen.“

"Schule ohne Kinder ist nur eine Lagerhalle"

Er sei zwar am letzten Schultag immer froh, wenn er die letzte Tür abgeschlossen habe, aber der Trubel fehle ihm dann doch: „Eine Schule ohne Kinder ist keine Schule, sondern nur eine Lagerhalle.“ Doch gerade die Tage und Wochen vor Ferienbeginn seien immer turbulent und stressig durch die vielen Veranstaltungen und aufregenden Verabschiedungen. Diese beobachtet Hardekopf aus seinem „Aquarium“, wie er sein Büro nennt, weil es durch die durchgehende Fensterfront komplett einsehbar ist. So habe er zwar eine gute Sicht auf die Aula, sei aber eben auch immer und für jeden sichtbar.

So sei man aber immer ansprechbar für die Kinder und Jugendlichen, die ihn je nach Alter und eigener Vorliebe entweder beim Vornamen rufen oder „du, Hausmeister“ sagen. Es gebe kaum einen Schüler, der „Herr Hardekopf“ sage. Das sei eben auch ein Ausdruck des guten Miteinanders am WBG. „Deswegen haben wir auch kaum Probleme mit mutwilligen Zerstörungen.“

Von Mira Colic