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Stadthagen Stadt Die Arbeit geht vor
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18:04 23.12.2009
Kathrin Dagli arbeitet seit elf Jahren im Krankenhaus Stadthagen. Mittlerweile haben sich die Stadthägerin und ihre Familie daran gewöhnt, dass die Krankenschwester auch Weihnachten Schicht hat. Grabowski
Kathrin Dagli arbeitet seit elf Jahren im Krankenhaus Stadthagen. Mittlerweile haben sich die Stadthägerin und ihre Familie daran gewöhnt, dass die Krankenschwester auch Weihnachten Schicht hat. Grabowski
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Stadthagen. Auf der Station 9 ist von Heiligabend und Weihnachten nicht viel zu spüren. „Die Arbeit geht vor“, erklärt Kathrin Dagli, Krankenschwester auf der Station 9. „Auch an den Feiertagen ist Visite.“ Und auch der Tod ist an Heiligabend und Weihnachten allgegenwärtig. Es sei durchaus schon passiert, dass ein Patient an diesen Tagen bei ihr in der septischen Chirurgie gestorben ist, erzählt die Krankenschwester.
Seit elf Jahren arbeitet Dagli im Krankenhaus in Stadthagen. „Die Familie hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass ich an einigen Feiertagen nicht zu Hause bin. Meine Tochter kennt es von jeher so.“ Es sei auch schon vorgekommen, dass man am Morgen des 24. Dezember Bescherung gemacht habe.

Auch bei ihren Kollegen sei es nicht anders. „Wer eine Krankenschwester haben will, muss damit leben“, sagt Schwester Kathrin mit einem Lachen. Schwierigkeiten habe es bisher noch nicht gegeben. „Man regelt das.“
Zugleich zeige ihr die Arbeit an solchen Tagen auch, wie gut es ihr gehe: „Wenn man dann zu Hause im Warmen auf dem Sofa sitzen kann, lernt man dies alles zu schätzen.“

Für die Patienten, die während der Festtage im Krankenhaus bleiben müssen, gibt es an Weihnachten auch ein besonderes Essen. Auf dem Speiseplan stehen dann Gänsekeule, Hirschragout und andere Gerichte, die es an solchen Tagen auch zu Hause gibt.
Zudem bekommen viele Patienten an diesen Tagen mehr Besuch als an normalen Werktagen. „Einige sind dennoch traurig. Viele nehmen es aber in Kauf, hier zu liegen, um sich vollständig auszukurieren. Für die Patienten versuchen sich Dagli und ihre Kolleginnen an diesen Tagen ein bisschen mehr Zeit zu nehmen. Auch auf dem Schwesternzimmer versuche man, es sich mit Keksen und Kuchen so angenehm wie möglich zu machen.

Der Tannenbaum auf dem Flur, die Fensterdekoration, Gänsekeule und Besuche sorgen nach Daglis Schilderung zwar für eine besondere Stimmung, eine ausgelassene Festtagsstimmung komme aber nicht auf. Auch für viele Gedanken an die Lieben daheim am Weihnachtsbaum bleibe nicht viel Zeit. Dafür sorgen schon die Routinearbeiten.
Benjamin Schrader

20.12.2009
20.12.2009