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Stadthagen Stadt „Die Leidensfähigkeit ist endlich“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt „Die Leidensfähigkeit ist endlich“
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18:10 24.11.2009
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Stadthagen. „Seit Anfang 2009 zwingen uns die Folgen der Wirtschaftskrise zu Kurzarbeit. Wir arbeiten zur Zeit in einer 30-Stunden-Woche, das Lohnniveau liegt teils unterhalb vom Arbeitslosengeld I“, teilte Betriebsratsvorsitzender Fred Hartmann den Sozialdemokraten mit: „Für viele Kollegen ist das Maß voll – die Leidensfähigkeit ist endlich.“
Die Konzernleitung in Paris habe sich zwar für den Standort Stadthagen ausgesprochen, fraglich sei aber, wie viele von den heute 365 Kollegen im Produktionswerk 2012 noch dabei seien. „Für die meisten Kollegen, das Durchschnittsalter liegt bei über 40 Jahren, ist es eine unsichere Zukunft“, so Hartmann. Einige Mitbewerber hätten bereits Insolvenz angemeldet. Man erwarte eine Neuordnung des Marktes, aus der sich allerdings auch eine Entwicklungsperspektive ergeben könne.
Jürgen Bittner, Chef der IG-Metall-Vertrauensleute, wies darauf hin, in Polen würden Stundenlöhne von weniger als vier Euro bezahlt: „Dafür können unsere Kollegen nicht arbeiten.“ Er verlangte, alles zu tun, um den Produktionsstandort zu festigen. Nicht vergessen dürfe man die Vorteile bei den Transportkosten gegenüber den osteuropäischen Werken. Gröger beklagte, dass es bei Faurecia zum „Personalabbau gekommen ist, ohne dass Konzepte für die Zukunft erkennbar werden“.
Der Betriebsrat habe ein „Drei-Säulen-Modell“ entwickelt, mit dem das hiesige Werk gesichert werden könne. Das Modell beruhe auf der Stabilisierung der gegenwärtig ausgelasteten „Mechanismen“-Fertigung, der Produktion von Ersatzteilen, Neuanläufen und Auslaufprodukten sowie der zusätzlichen Fertigung eines aktuellen Großserien-Produktes in Stadthagen. Hartmann und Gröger haben die Geschäftsleitung zu Gesprächen darüber aufgefordert: „Jetzt ist das Management am Zug, seiner Verantwortung für die hiesigen Arbeitsplätze gerecht zu werden.“
Schaumburgs SPD-Chef Karsten Becker forderte, die Bemühungen von Betriebsrat und IG Metall, eine Produktionsverlagerung zugunsten des Stadthäger Werks zu erreichen, müsse sowohl durch die regionale Wirtschaftsförderung als auch über politischen Druck auf die CDU-geführte Landesregierung unterstützt werden. r, ssr

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