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Stadthagen Stadt Ehemalige Synagoge Stadthagen: Lernzentrum offiziell eröffnet
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Ehemalige Synagoge Stadthagen: Lernzentrum offiziell eröffnet
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00:22 01.02.2019
Andreas Kraus (hinten stehend), Vorsitzender des Fördervereins ehemalige Synagoge, erläutert den Gästen der Eröffnung das pädagogische Konzept des Lernzentrums.
Andreas Kraus (hinten stehend), Vorsitzender des Fördervereins ehemalige Synagoge, erläutert den Gästen der Eröffnung das pädagogische Konzept des Lernzentrums. Quelle: rg
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Die Ausstattung des Lernzentrums im Obergeschoss des Gebäudes, von der Möblierung bis zur digitalen Technik im Gesamtwert von 41.000 Euro, ist von der Klosterkammer Hannover finanziert worden. Andreas Kraus, Vorsitzender des Fördervereins ehemalige Synagoge, dankte vor den rund 40 geladenen Gästen dem Geldgeber für die Unterstützung.

Über diese Themen wird in der Synagoge berichtet

Stephan Lüttich von der Klosterkammer bekundete, diese habe für diesen Zweck das Geld gerne bereitgestellt und gab den Dank zurück: „Es ist beeindruckend, wie viel Engagement hier vor Ort in dieses Projekt gesteckt wird.“

Das Lernzentrum hält unter anderem viele Materialien über Verfolgte des Nationalsozialismus in Schaumburg bereit. So können etwa digital 640 Biografien von hiesigen Opfern recherchiert werden. Zum Lernzentrum gehören auch ein größerer Satz I-Pads sowie ein Beamer.

In dem Lernzentrum sollen alle möglichen Aspekte des Nationalsozialismus, auch losgelöst von der Region Schaumburg, beleuchtet werden.

Ein außerschulischer Lernort mit besonderem Reiz

Allerdings soll der Blick nicht nur zurück geworfen werden, machte Klaus Reinhartz-Franke vom Vorstand deutlich: „Es geht hier um Menschenrechtsbildung und um Demokratieerziehung.“ So werde es beispielsweise „Workshops gegen Parolen des Rechtspopulismus und Einführungen in die demokratische Streitkultur“ geben.

Die Atmosphäre, die die ehemalige Synagoge ausstrahle, erwirke bei den Lernenden dabei eine große Sensibilität für derartige Themenstellungen, führte Reinhartz-Franke aus: „Es handelt sich um einen besonders geeigneten außerschulischen Lernort.“

So können Schulen das Angebot nutzen

Wie Vorstandsmitglied Christian Weiß erläuterte, sei von pädagogisch qualifizierten Vereinsmitgliedern bereits eine Reihe von teils digitalisierten Unterrichtseinheiten zu verschiedenen Themen erarbeitet worden – von der Pogromnacht über jüdische Sportler in Schaumburg bis hin zu Erziehungszielen der Nationalsozialisten. Diese Module seien auf unterschiedliche Lernniveaus ausgerichtet und könnten von Lerngruppen genutzt werden. Der Verein beabsichtige, diese Materialien immer weiter auszubauen.

Wie Kraus auf Nachfrage ergänzte, kann das Zentrum von Lerngruppen und deren Lehrenden eigenständig genutzt werden. Es sei aber auch möglich, vom Verein zur Verfügung gestellte Fachkräfte zu nutzen. In der Einrichtung soll laut Kraus auch Lehrerfortbildung in Hinblick auf die genannten Themenbereiche betrieben werden. Dazu gehöre auch das Angebot von Studienfahrten.

von Stefan Rothe