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Stadthagen Stadt Einkaufen soll „generationsfreundlich“ werden
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Einkaufen soll „generationsfreundlich“ werden
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21:50 22.11.2011
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Stadthagen (kil). Dazu müssten sich die Einzelhändler vom Handelsverband Niedersachsen-Bremen prüfen und mit einem Zertifikat für „Generationenfreundlichkeit“ auszeichnen lassen. Diese Möglichkeit ist am Dienstag (22. November) beim zweiten Stadthäger Handelstag im Rathaus, zu dem SMS und Stadtverwaltung eingeladen hatten, diskutiert worden – ohne endgültige Entscheidung. Die Resonanz war mit zehn Gästen plus SMS-Vorstandsmitglieder gering.

Wie SMS-Mitglied Günter Raabe erklärte, sei es ein Ziel des Projektes, das auf den demografischen Wandel reagiere, den Standort Stadthagen zu stärken, die Kaufkraft zu halten. Die Vorstellung des Projektes übernahm Hans-Joachim Rambow, Geschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen. Zum Ablauf des Verfahrens: Es gibt einen Fragebogen mit 58 Kriterien. Zwei Senioren machen vor Ort den Test: Gibt es Behindertentoiletten? Sind Umkleidekabinen groß genug? Müssen Treppenstufen sichtbar gemacht, Rampen installiert werden?

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Anschließend haben die Händler die Chance, Defizite zu beheben, um das Zertifikat zu bekommen. Bei Betrieben bis 500 Quadratmeter erfolgt das kostenlos, es gibt aber auch eine stadtinterne Lösung, zu der die Runde tendierte: Wenn der örtliche Seniorenbeirat die Prüfung ehrenamtlich übernimmt, ist das Zertifikat kostenlos. Die Senioren müssten dazu eine Schulung besuchen. Karl-Heinz Hansing, Vorsitzender des Stadthäger Seniorenbeirats, teilte mit, dass der neunköpfige Seniorenbeirat dazu bereit sei.

Seit Projektbeginn in 2010 wurden Rambow zufolge bundesweit etwa 2500 Zertifikate vergeben, in Niedersachsen etwa 700. Besonders kleinen Städten sei es dadurch möglich, sich werbewirksam von anderen Städten abzuheben. Ein Umsatzzuwachs sei weniger das Ziel. Hätten 70 Prozent aller Geschäfte in der Stadt ein Zertifikat, könnte die Stadt damit werben, was Wirtschaftsförderer Lars Masurek als „sehr ambitioniert“ einschätzte.

Ob eine Info-Veranstaltung mehr Händler ins Boot hole oder ein Schreiben an alle Händler den Anstoß geben könne, sei noch zu klären, so Raabe. Einwände aus der Runde gab es nicht, dafür die Aufforderung an die Stadt, auch zur Generationsfreundlichkeit beizutragen, damit Parkplätze und Wege zu den Geschäften ebenfalls barrierefrei seien.

Im Anschluss bot der zweite „Gesprächskreis der Händler“, Raum für Themen, „die unter den Nägeln brennen“, so Raabe. Unter anderem ging es um einheitliche Kernöffnungszeiten in der Innenstadt: werktags von 10 bis 18 Uhr, sonnabends bis 14 Uhr, einheitliche Mittagspausen von 13.30 bis 14.30 Uhr – ein Ziel, das Raabe weiter verfolgen will.