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Stadthagen Stadt Entwarnung: Feuerwehr bei PreZero-Brand nicht durch Asbest gefährdet
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Entwarnung: Feuerwehr bei PreZero-Brand nicht durch Asbest gefährdet
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17:21 15.11.2019
Feuerwehrleute löschen den PreZero-Großbrand am Georgschacht Stadthagen. Wie Proben vom Brandort ergeben haben, kamen die Einsatzkräfte dabei nicht in gesundheitsschädigender Menge mit Asbest in Kontakt. Quelle: Roger Grabowski, Archiv
Stadthagen

Entwarnung nach dem Großbrand auf dem PreZero-Gelände am Georgschacht Ende Oktober: Untersuchungen von Proben aus dem weiteren Umfeld des Brandortes lassen nach Auskunft von Landkreis-Sprecherin Anja Gewald den eindeutigen Schluss zu: „Es gibt keine akute Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung und für die Einsatzkräfte.“

Damit hat sich der Verdacht der Behörden auf eine Asbest-Belastung nicht bewahrheitet.

Nur direkt am Brandort wurden Asbest-Fasern entdeckt

Nach Darstellung von Gewald hatte die Umweltschutz-Einheit der Kreisfeuerwehr zehn Proben im Umfeld des Brandortes genommen – etwa Wischproben von Baggern, Müllautos und Unterseiten von Stiefeln, Bodenproben und Proben von Bäumen. Ergebnis: Bei Analysen in einem Speziallabor wurde keinerlei Asbest gefunden. Mit einer Ausnahme.

Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis.

Anja Gewald , Sprecherin Landkreis Schaumburg

In einer Wischprobe von einem Gastank unmittelbar vor einer der abgebrannten Hallen wurden laut Gewald drei bis fünf Fasern entdeckt. „Das ist direkt am Brandort und zudem derart gering, dass die Experten sagen, bei einer solchen Konzentration wären selbst in einem geschlossenen Raum keine Folgemaßnahmen erforderlich, und schon gar nicht unter freiem Himmel.“

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Und im weiteren Umfeld sei nicht eine Faser gefunden worden, betont Gewald: „Ein sehr erfreuliches Ergebnis.“

So reagiert die Stadt auf den Vorwurf mangelnder Hygiene

Erleichtert zeigt sich auch der Stadthäger Bürgermeister Oliver Theiß: „Diese Analyse-Ergebnisse sind ein Zeichen für Entwarnung.“ Allerdings werde die Stadt zur absoluten Sicherheit noch einmal das Landes-Gesundheitsamt um eine Stellungnahme bitten.

Zudem versicherte Theiß, dass Kleidung und Fahrzeuge der Feuerwehr nach dem Großbrand penibel gereinigt worden seien. Mit dieser Auskunft reagierte Theiß auf in den sozialen Netzwerken kursierende Vorhaltungen, es sei keine hinreichende Einsatzstellen-Hygiene betrieben worden. Sämtliche Fahrzeuge seien außen und innen sorgfältig gereinigt worden.

Neue Analyse: Stadt will auf Nummer sicher gehen

Die Innenreinigung sei vorsorglich vorgenommen worden, „falls doch einer der Feuerwehrleute sich mit seiner Einsatzkleidung in ein Fahrzeug hineinbegeben haben sollte“.

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Die mit Stoffsitzen ausgestatten Fahrzeuge werden zudem noch zusätzlich mit einem Spezialsauger gereinigt, den die Stadt extra dafür angeschafft habe und der in den nächsten Tagen zum Einsatz kommen soll. Theiß fügt hinzu, nach der Reinigung würden zur Sicherheit nochmals Proben aus den Fahrzeugen genommen und zur Analyse geschickt.

Den im Netz vorgebrachten Vorwurf, er sorge sich nicht genügend um die Gesundheit der Feuerwehrleute und kläre über die Folgen des Asbest-Einsatzes nicht genügend auf, weist Theiß von sich.

Die Gesundheit der Feuerwehrleute steht für uns an erster Stelle, da achten wir auch nicht aufs Geld.

Oliver Theiß , Stadthäger Bürgermeister

„Die Gesundheit der Feuerwehrleute steht für uns an erster Stelle, da achten wir auch nicht aufs Geld.“ Der Bürgermeister kündigte an, am kommenden Montag, 18. November, um 19.30 Uhr im Ratskeller werde es eine öffentliche Informationsveranstaltung geben, in der ein Betriebsarzt über die Problematik aufklären wird.

Feuerwehr berichtet von Asbestplatten, die um die Ohren fliegen

Ein am Einsatz beteiligter Feuerwehrmann hatte auf Facebook geschrieben, den Einsatzkräften im Korb der Hubleiter seien „die Asbestplatten um die Ohren geflogen“. Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote bestätigte, dass die Gefährdung beim Brandeinsatz durch das auftretende Asbest groß war.

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„Aber alle Einsatzkräfte direkt am Brandort waren mit Atemschutz ausgestattet, da kann es keine Beeinträchtigung der Gesundheit gegeben haben.“ Die Einsatzstellen-Hygiene inklusive der Reinigung von Kleidung und Fahrzeugen ist aus Grotes Sicht „optimal gelaufen“. Es sei „alles Notwendige getan worden, um dem Maßstab, dass die Gesundheit der Feuerwehrleute an erster Stelle steht, Genüge zu tun“.

Die Stadthäger Feuerwehr will sich nach Mitteilung ihres Sprechers Sören Fischer nicht zu den im Netz geäußerten Vorwürfen äußern, sondern verweist an den Bürgermeister. von Stefan Rothe

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