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Stadthagen Stadt Faurecia: Weggang jetzt amtlich
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Faurecia: Weggang jetzt amtlich
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16:20 30.11.2018
Der Umzug von Faurecia steht fest. Quelle: Archiv
Stadthagen

Faurecia hat mit der Stadt Hannover und dem Investor Panattoni Europe (Hamburg), einer Projektentwicklungsgesellschaft für Industrie-Immobilien, entsprechende Verträge für die Errichtung eines neuen Firmensitzes in Marienwerder abgeschlossen.

Das hat die Geschäftsführung während einer Betriebsversammlung mitgeteilt. Demnach soll schon bald der Bauantrag gestellt werden, der erste Spatenstich ist für das Frühjahr geplant. Es wird mit einer Bauzeit von etwa 18 Monaten gerechnet, sodass der Umzug für Herbst 2020 terminiert ist.

Erleichterung in der Belegschaft

„Alle Spekulationen, der Schritt könnte doch nicht passieren, sind damit zunichte“, kommentiert dazu auf Anfrage der Betriebsratsvorsitzende Jürgen Bittner: „In der Belegschaft herrscht momentan aber keine gedrückte Stimmung vor, alle waren ja darauf vorbereitet.“ Eher gebe es eine gewisse Erleichterung, dass jetzt letzte Klarheit herrsche und jeder damit planen könne.

Der Betriebsrat geht laut Bittner mit dem Kernziel in die am 16. Januar beginnenden Verhandlungen mit der Geschäftsführung über einen Interessenausgleich, dass alle jetzt hier vorhandenen Arbeitsplätze mit nach Hannover wechseln. Ausnahme: die kleine Produktionsabteilung mit 100 Mitarbeitern, die in Stadthagen verbleiben wird.

Eine schriftliche Beschäftigungsgarantie hat die Konzernleitung nach wie vor nicht abgegeben. Im Raum steht aber die mündliche Zusicherung des Konzern-Managers Eelko Spoelder, dass alle zum Zeitpunkt des Umzugs in Stadthagen vorhandenen Arbeitsplätze mit nach Marienwerder genommen werden (wir berichteten). Dass freilich bis zum Zeitpunkt des Umzugs hier eventuell scheibchenweise noch Stellen gestrichen werden könnten, erfüllt die Arbeitnehmervertretung mit Sorge. „Aufgrund der Formulierung von Herrn Spoelder kann ich das nicht ausschließen“, führt Sabrina Wirth, Bevollmächtigte der IG Metall Nienburg-Schaumburg, ihre Bedenken an.

Kampf um Aufträge

Derzeit arbeiten neben der Produktionsabteilung 900 Beschäftigte am hiesigen Standort. „Wir wollen, dass alle mitgehen können“, unterstreicht Bittner, fügt aber hinzu: „Dafür werden wir hart kämpfen müssen.“ Nach Überzeugung des Betriebsrates komme es darauf an, dass in den kommenden Monaten so viele Aufträge wie nur möglich für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung angenommen werden. Nur so sei es möglich, dass der Standort bis Herbst 2020 ausgelastet ist und dann Aufträge nach Marienwerder mitgenommen werden können. Das würde die Mitnahme aller jetzt Beschäftigten ermöglichen, so Bittner.

Einige Mitarbeiter haben signalisiert, nicht mit nach Marienwerder wechseln zu wollen. Genau beziffern kann Bittner deren Anzahl nicht. Es sind nach Darstellung des Betriebsratschefs vor allem Beschäftigte, „die Richtung Minden wohnen“ oder die aus Altersgründen ausscheiden wollen. Für diese gelte es im Rahmen eines Sozialplans gute Abfindungen auszuhandeln.

Von Stefan Rothe

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