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Stadthagen Stadt Faurecia will 90 Mitarbeiter entlassen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Faurecia will 90 Mitarbeiter entlassen
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19:02 10.06.2010
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von Stefan Rothe
Wie Pressesprecherin Kirsten Lattewitz dazu präzisierte, werden die ersten dieser Mitarbeiter das Unternehmen voraussichtlich im dritten Quartal 2010 verlassen. Der Personalabbau solle „in einem relativ kurzen Zeitraum“ abgewickelt werden, ergänzte sie.
Die Maßnahme sei erforderlich, „um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu erhalten“, wie es in der Mitteilung des Konzerns heißt. Das habe hauptsächlich folgende Ursachen:
•„Die weiterhin sehr verhaltene Produktions- und Auftragslage aufgrund der wirtschaftlichen Situation, unter der die gesamte Automobilbranche derzeit leidet.“
•Fünf Ende 2009 ausgelaufene Aufträge verschiedener Autofirmen für Entwicklungsprogramme von Autositzen hätten nicht gleichwertig ersetzt werden können. Vier nachfolgende Neuaufträge stellten keine Neu-, sondern lediglich Weiterentwicklungen dar, und die Volumina dieser Aufträge, und damit auch der Personalbedarf, seien viel geringer als bei den 2009 ausgelaufenen Aufträgen.
•„Die Optimierung der Forschungs- unf Entwicklungsorganisation im Zuge der Automobilkrise.“ Durch eine konzernweite Neuaufstellung dieser Abteilung würden weltweit stärkere Synergien erzeugt, „die den Personalbedarf senken“. Sprecherin Lattewitz ließ keinen Zweifel daran, dass es sich „nicht um das kurzfristige Überbrücken eines Tiefs“, sondern um eine „langfristig angelegte Strukturanpassung“ handele.
Das Faurecia-Management habe gestern Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung aufgenommen, um einen Interessenausgleich und Sozialplan zu verhandeln. Faurecia werde „alles tun, um die Mitarbeiter bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz bestmöglich zu unterstützen“.
Wenn das alles so komme wie angekündigt, wäre das „eine Katastrophe für den Standort Stadthagen“, hat der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nienburg-Schaumburg, Torsten Gröger, die Ankündigung gestern bezeichnet. Mit Blick auf die betroffene Abteilung, in der hochqualifizierte Tätigkeiten verrichtet würden, merkte Gröger an: „Dem Standort würde jede Menge wertvolles Know-how verloren gehen.“ Für die betroffenen Arbeitnehmer und deren Familien wären die Entlassungen „in der gegenwärtigen Arbeitsmarktlage eine persönliche Katastrophe“.
In den vergangenen Wochen habe sich Derartiges bereits angekündigt, „das Ausmaß der Ankündigung ist jetzt allerdings erschreckend“, ergänzte der IG Metaller. Die Arbeitnehmervertretung werde die vom Management vorgelegten Gründe „auf ihre Stichhaltigkeit hin überprüfen“, so Gröger. Es gelte, nach Alternativen für die angedrohten Kündigungen zu suchen: „Wir werden ein Gegenkonzept erarbeiten.“