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Stadthagen Stadt Freiheit für Stadthäger Messerstecher sorgt für Unverständnis
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Freiheit für Stadthäger Messerstecher sorgt für Unverständnis
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20:07 14.11.2018
Die Tat ist Thema bei den Menschen im Schrebergarten. Quelle: rg
Stadthagen

Die Beamten hatten anfangs noch vom Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes gesprochen. Begründet war diese Einstufung in den schweren Verletzungen, die die 17-jährige Stadthägerin erlitten hat. Diese hätten nach Meinung zweier Mediziner nämlich zum Tode führen können.

Am Montagnachmittag war es auf einer Parzelle der Kleingartenkolonie am Krummen Bach zwischen den beiden 17-Jährigen zum Streit gekommen. Dieser eskalierte. Am Ende wurde die junge Frau durch Messerstiche schwer verletzt, unter anderem am Hals. Der Tatverdächtige lief daraufhin zur Kreisverwaltung, rief von dort die Polizei und stellte sich. Die Einsatzkräfte konnten die Stadthägerin versorgen und ins Krankenhaus bringen. Lebensgefahr bestand nicht.

Staatsanwaltschaft und Polizei stuften die Reaktion des jungen Mannes nach der Tat zu dessen Gunsten ein, weil er Hilfe für das Opfer holte. Außerdem habe er aktiv von seinem Opfer abgelassen. Der Gesetzgeber spricht nach Angaben von Staatsanwalt André Lüth von der sogenannten goldenen Brücke. Indem der Täter vom Entschluss, das Opfer zu töten, zurücktritt und dieses dadurch überlebt, wird er eben nicht wegen des versuchten Tötungsdeliktes bestraft. Dieser Anreiz diene dem Opferschutz.

„Nichtsdestotrotz muss sich der 17-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten“, betont Lüth. Haftgründe hätten nicht vorgelegen. Da es sich bei dem Mann aus der Kreisstadt um einen Jugendlichen handelt, wird das Jugendstrafrecht angewandt. vin