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Stadthagen Stadt Fußball auf afrikanisch: Somalier kicken im Jahnstadion
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Fußball auf afrikanisch: Somalier kicken im Jahnstadion
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16:50 14.07.2019
Voller Einsatz: Die somalischen Fußballer zeigten viel Ehrgeiz und auch das ein oder andere Kunststück auf dem Feld. Quelle: isa
Stadthagen

Auch von 18 Grad und Nieselregen haben sich am Samstag rund 250 Somalische Fußballer nicht abhalten lassen, ihr Können im Jahnstadion zu zeigen. Insgesamt 15 Teams waren der Einladung zu einem Fußballturnier des Somalischen Vereins Schaumburg gefolgt.

Mit dabei waren Mannschaften aus ganz Deutschland wie Darmstadt, Kassel, Hamburg, Bremen oder Stuttgart. Auch der Gastgeber stellte ein Team.

Fußballturnier zur Integration

Der Vorsitzende des somalischen Verein Schaumburg und Organisator des Turniers, liba Hassan Ali, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ablauf. „Es wollten eigentlich 23 Mannschaften teilnehmen, wir mussten aber einigen absagen, da wir nicht genug Platz gehabt hätten“, so der Veranstalter. Der Zeitpunkt des Turniers sei bewusst gewählt worden: „Viele der Fußballer sind noch Schüler, daher wählten wir die Sommerferien.“ Zudem biete das Turnier den somalischen Flüchtlingen eine gute Möglichkeit etwas zu unternehmen. „Wenn sie in den Ferien nichts zu tun haben, kommen sie vielleicht auf die Idee, Drogen zu nehmen. Das wollen wir verhindern. Sie sollen integriert werden“, erklärt Hassan Ali.

Für den deutschen Fußball-Fan bot sich derweil ab und an ein fremdes Bild: So standen die Zuschauer direkt neben dem Tor, lehnten sogar am Pfosten. Auch der ein oder andere Ball flog immer mal wieder auf das Feld, da am Rande die pausierenden Teams kickten.

Mainz siegt vor Darmstadt

Nach dem zwölfstündigen Fußballfest konnte am Ende die Mannschaft aus Mainz den Pokal mit nach Hause nehmen. Sie setzen sich im Elfmeterschießen gegen Darmstadt durch. Im Achtelfinale hatten sie bereits die Schaumburger Mannschaft besiegt. isa

Bürgerkrieg holt Fußballer ein

Überschattet wurde das Fußballfest der somalischen Vereine von üblen Nachrichten aus der Heimat. Am Vorabend hatten Terroristen, die zu der islamistischen Gruppe al-Shabab gehören, in der Küstenstadt Kismayo ein Hotel überfallen, derzeit geht man von 29 Toten aus, in dem Wahlen vorbereitet wurden, die in Somalia anstehen. Im Jahnstadion waren die Handys deswegen im Dauergebrauch, einige Spieler kamen aus KIsmayo. „Das sind schreckliche Nachrichten“, sagte liban Hassan Ali, der zum Somalischen Verein Schaumburg gehört, „hoffentlich beruhigt sich alles schnell wieder.“  ab