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Stadthagen Stadt Grüne gegen Hospiz-Standort im kleinen Park in Stadthagen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Grüne gegen Hospiz-Standort im kleinen Park in Stadthagen
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15:32 10.09.2019
Die Grünen glauben, dass es in Stadthagen alternative Standorte für ein Hospiz gibt. Im kleinen Park an der Büschingstraße müssten dafür nämlich einige Bäume weichen.  Quelle: Archiv
Stadthagen

Wie berichtet, will die Stiftung Bethel auf dem 3200 Quadratmeter großen Areal ein Hospiz mit acht Plätzen errichten. Hospize seien eine sehr wünschenswerte Einrichtung, die die volle Unterstützung der Grünen finde, betont Rolf Rösemeier-Tietjen namens der Grünen-Ortsgruppe einleitend. Auch die Überlegung, Stadthagen als Standort zu favorisieren, um eine schnelle Erreichbarkeit aus dem Umland zu gewährleisten, sei zu begrüßen, betont er.

Die Grünen stoßen sich allerdings am geplanten Standort in dem Parkgelände. „Hier stehen über vierzig große, alte Bäume, die eine wichtige Rolle für Insekten, Vögel und andere Tiere spielen“, unterstreicht Rösemeier-Tietjen. Außerdem diene der kleine Park „als Treffpunkt für Ruhesuchende und zur Reinhaltung unserer Luft“.

Bei der geplanten Baumaßnahme würde mindestens ein Drittel des Parks gerodet und überbaut werden, argumentiert Rösemeier-Tietjen weiter: „Die gesunden, großen Bäume wären dann verschwunden.“ Es würde somit „ein großer Schaden für die hier vorhandene Flora und Fauna entstehen“, fährt der Grünen-Ratsherr fort.

Keine Bäume opfern

Daraus schlussfolgern die Grünen: „Da wir voraussichtlich in nächster Zeit noch viele Bäume in der Stadt wegen der Trockenheit verlieren werden, finden wir es unverantwortlich, gesunde Bäume diesem Bauvorhaben zu opfern.“

Die Grünen glauben, „dass es in Stadthagen alternative Grundstücke beziehungsweise geeignete Leerstände gibt, die für das Vorhaben der Stiftung Bethel geeignet sind“. Konkrete Beispiele dafür nennt die Grünen-Ortsgruppe allerdings nicht. „Unsere Aussage ist zunächst einmal pauschal gemeint, spezielle alternative Standorte haben wir nicht im Auge“, ergänzt Ortsgruppen-Sprecherin Maria Börger-Sukstorf auf Nachfrage. „Wir glauben aber, dass es geeignete Standorte gibt, bei denen dafür nicht so viele Bäume gefällt werden müssten.“

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Dass die Grünen erst knapp drei Monate nach Bekanntwerden der Pläne reagieren, begründet Börger-Sukstorf zum einen mit den Sommerferien. Danach habe man inklusive einer Ortsbegehung eine Weile gebraucht, um zu einer Haltung zu kommen.

Die Stiftung Bethel will das geplante Gebäude in dem Park auf einem Teilareal von 1000 Quadratmetern errichten. Auf dem Rest des Geländes sollen die Bäume stehen bleiben, hatte der Stiftungs-Vorsitzende, Pastor Jens Hauschild, bei der Vorstellung des Projektes betont. Auch die Wege sollten für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Die Stiftung will für den Neubau 2,5 Millionen Euro aufwenden. Dass Grundstück gehört der St.-Martini-Kirchengemeinde, die es der Stiftung per Erbpacht zur Verfügung stellen will.

von Stefan Rothe