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Stadthagen Stadt Gutachten nicht ausreichend: Hochwasserschutz in Stadthagen verzögert sich weiter
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Gutachten nicht ausreichend: Hochwasserschutz in Stadthagen verzögert sich weiter
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19:54 25.02.2020
In Sachen Hochwasserschutz gibt es in Stadthagen weitere Verzögerungen.  Quelle: Roger Grabowski
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Stadthagen

Als weiterhin extrem holprig erweist sich der Weg zu einem wirkungsvollen Hochwasserschutz in der Weststadt. Neuester Stolperstein sind überraschende Schwierigkeiten mit einem wassertechnischen Gutachten. Dieses war bereits vor einem Jahr in Auftrag gegeben worden, liegt aber immer noch nicht in seiner Endfassung vor.

Von diesem Gutachten hängt ab, welche der beiden seit Längerem im Raum stehenden Varianten letztlich verwirklicht werden kann. Eine 1,8 Millionen Euro teure und von der Verwaltung bevorzugte Option sieht im Kern zwei Rückhaltebecken vor. Die andere stammt von der Lokalen Agenda und enthält als Hauptelement einen Wall südlich der Enzer Straße. Diese Option ist 200.000 Euro teurer und von der Zustimmung der Anwohner abhängig.

Falsche Eingangsdaten verwendet

Nach Angaben von Stadtsprecherin Bettina Burger hat im Januar das „Grundgerüst“ des von der Aufsichtsbehörde geforderten Gutachtens nach dem sogenannten 2D-Modell vorgelegen. Mit diesem modernen Verfahren können Berechnungen zweidimensional quer zur Hauptfließrichtung des Krummen Baches vorgenommen werden. 

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In der Besprechung des Gutachten-Entwurfs mit der Aufsichtsbehörde, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), hat sich laut Burger herausgestellt, dass diese Behörde andere Eingangsdaten verlangt als für die Berechnung des Modells benutzt worden sind. Konkret: Für die Berechnung des Überschwemmungsgebietes war „seitens des NLWKN vor 15 Jahren ein anderes, vereinfachtes Niederschlagsabfluss-Modell verwendet worden als wir es heute benötigen“, erläutert Burger.

Berechnungen müssen neu vorgenommen werden

Das NLKWN fordere nun aber, „dass unser 2D-Modell, um es nachvollziehen zu können, von denselben Eingangsdaten ausgeht wie das frühere Modell“. Daher müssen diese Daten nun erst noch von dem damals vom NLWKN beauftragten Ingenieurbüro angefordert und damit sämtliche Berechnungen neu vorgenommen werden, bevor erneut mit der Aufsichtsbehörde eine Abstimmung erfolgen kann. 

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Das von der Stadt mit dem 2D-Modell beauftragte Expertenbüro ist nach Darstellung von Burger „davon ausgegangen, dass die neuen Daten ausreichend sind“. Und das NLWKN habe „erst im Rahmen des Prozesses festgestellt, dass die alten Daten erforderlich sind.“ Das habe schließlich jetzt zur Verzögerung geführt. Eigentlich hatte schon Ende letzten Jahres eine politische Entscheidung über die Varianten getroffen werden sollen. Insgesamt dauern die Planungen für einen Hochwasserschutz in der Weststadt schon seit acht Jahren an.

Keine Angaben zum Zeitpunkt des neuen Gutachtens

Das die Erarbeitung des „Grundgerüstes“ für das Gutachten fast ein Jahr benötigt hat, hat nach Auskunft von Burger daran gelegen, dass nicht genügend Daten vom Katasteramt vorgelegen hätten und dieses erst neue Vermessungen durchführen musste. Wann das Gutachten einmal in seiner Endfassung vorliegen wird, darauf wollte sich Burger nicht festlegen. von Stefan Rothe

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