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Stadthagen Stadt Herausforderung nicht leistbar
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Herausforderung nicht leistbar
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17:39 08.05.2018
Die Stadtverwaltung sieht auf die Kindergärten große Probleme zukommen. Quelle: dpa
Stadthagen

Zwar gebe es bei der Stadt „selbstverständlich“ Erzieherinnen mit einer entsprechenden Fachqualifikation, erläutert die städtische Pressesprecherin Bettina Burger auf Anfrage. Doch diese seien bereits in speziellen Sprachförderprogrammen eingesetzt und würden in diesem Bereich auch weiterhin „zur alltagsorientierten sprachlichen Bildung“ benötigt. Zudem würden sie „als Multiplikatoren für die anderen Erzieherinnen“ gebraucht. Soll heißen: Für die neue Aufgabe fehlt noch Personal. Burger dazu weiter: „Die entsprechend erforderliche Personalgewinnung bis zum 1. August scheint durchaus fraglich.“

Zudem sei die Entwicklung eines pädagogischen Konzepts bis zum 1. August „aufgrund der derzeitigen Herausforderungen durch die Beitragsfreiheit und Ähnliches personell nicht leistbar“, teilt Burger weiter mit.

Selbst wenn das Land für die Übertragung dieser Aufgabe an die Kommunen die daraus entstehenden Kosten schon ab dem 1. August trägt, „erscheint es aus den oben genannten Gründen unverantwortlich, dass das Land diese Aufgabe auf Kosten der Kinder und einer unstrukturierten Sprachförderung abwälzt“, so die Pressesprecherin weiter: „Unsere Forderung ist daher, die Einführung der vorschulischen Sprachförderung in den Kindergärten um ein Jahr zu verschieben.“

Beitragsfreiheit kostet 400.000 Euro

Eine weitere zum 1. August in Kraft tretende Veränderung ist die Betragsfreiheit für alle Kindergartenkinder. Durch den damit verbundenen Wegfall der Elternbeiträge gehen der Stadt nach Angaben von Burger jährliche Einnahmen in Höhe von rund 400 000 Euro verloren.

Das Land wolle diese Mindereinnahmen durch eine Erhöhung der Finanzhilfepauschale für die pädagogischen Fachkräfte von bisher 20 Prozent auf künftig 57 Prozent kompensieren. „Nach ersten Berechnungen bedeutet dies für die Stadt ein Nullsummenspiel, sofern die jetzige Personalstruktur beibehalten wird“, teilt Burger dazu mit.

Mit Blick auf die ebenfalls zum 1. August in Kraft tretende Flexibilisierung des Einschulstichtages ergeben sich für die Stadt nach Auskunft der Pressesprecherin keine Probleme.

Genügend Plätze vorhanden

Durch die Flexibilisierung können Eltern von Kindern, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September sechs Jahre alt werden, entscheiden, ob das Kind eingeschult werden soll oder nicht. Die Frist für diese Entscheidung lief am 1. Mai aus. Da für alle potenziell in Frage kommenden Kinder vorsorglich ein Platz in einem Kindergarten freigehalten wurde, kann es nicht zur Absage an andere Bewerber kommen, wenn ein Kind doch nicht eingeschult wird, sondern im Kindergarten verbleibt.

Burger versichert zudem, dass zu Beginn des nächsten Kindergartenjahres am 1. August „ausreichend Plätze vorhanden sind“. Allerdings, schränkt sie ein, könne „nicht jedem sein Wunschplatz angeboten werden“. kcg/ssr