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Stadthagen Stadt Hickhack um Geschäftsführer-Suche
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Hickhack um Geschäftsführer-Suche
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18:58 22.05.2018
Streit gibt es bei der Suche nach einem Nachfolger für den Tropicana-Geschäftsfürher.
Streit gibt es bei der Suche nach einem Nachfolger für den Tropicana-Geschäftsfürher. Quelle: rg
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Eigentlich hätte die Gesellschafterversammlung der Wirtschaftsbetriebe morgen den Nachfolger für den am Monatsende ausscheidenden Geschäftsführer Kirchhöfer wählen sollen (wir berichteten). Doch die Entscheidung wurde auf den 30. Mai vertagt.

Die Angelegenheit sei „verschoben worden, da die Vertreter in der Gesellschafterversammlung gebundene Mandate innehaben und die Stadt angesichts der Wichtigkeit der Entscheidung von ihrem Weisungsrecht Gebrauch machen möchte“, teilt die städtische Pressesprecherin Bettina Burgher auf Anfrage mit: „Der Weisungsbeschluss wird daher in der Verwaltungsausschuss-Sitzung am 30. Mai erfolgen.“ Anschließend soll die Gesellschafterversammlung am selben Tag auf der Grundlage dieses Weisungsbeschlusses den Nachfolger bestimmen.

Die Stadt Stadthagen ist einziger Gesellschafter der Wirtschaftsbetriebe. In der Gesellschafterversammlung sitzen neben Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) die Ratsmitglieder Ingrid Bodenstein (CDU), Ulrike Koller und Siegfried Voigt (beide SPD).

Dem Vernehmen nach gibt es in Teilen der Gesellschafterversammlung Verärgerung über das bisherige Verfahren der Nachfolgewahl. Nach SN-Informationen hat der Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe, dem Theiß vorsitzt, auf Empfehlung der Geschäftsführung den derzeitigen Betriebsleiter Jens Schmücking als Nachfolger vorgeschlagen.

Streit dreht sich nicht um Person

Der Streit dreht sich nach Darstellung von Insidern nicht um die Person Schmücking. Dieser werde auch in der Gesellschafterversammlung als hervorragend geeignet angesehen. Zwar habe es zwischenzeitlich den Hinweis gegeben, eine externe Besetzung könne frischen Wind in die Wirtschaftsbetriebe bringen. Doch das sei durch das Signal des Aufsichtsrates aufgefangen worden, den bei einer Wahl Schmückings freiwerdenden Posten des Betriebsleiters extern zu besetzen.

Bei der Auseinandersetzung geht es dem Vernehmen nach vielmehr um das Verfahren. Teile der Gesellschafterversammlung kritisieren demnach massiv, sie seien von der Präsentation des Kandidaten überrumpelt worden. Dabei sei die Wahl des Geschäftsführers laut Gesellschaftervertrag eine „wesentliche Aufgabe“ der Gesellschafterversammlung. Diese habe aber, so wie es gelaufen sei, bisher kaum Gelegenheit gehabt, sich mit der Nachfolgesuche zu befassen, werden die Kritiker zitiert. Der Aufsichtsrat hält dagegen, er habe ebenfalls laut Gesellschaftervertrag das Recht, einen Vorschlag zu präsentieren.

Einstimmigkeit gefordert

Laut Kommunalverfassungsgesetz muss die Wahl des Geschäftsführers einstimmig erfolgen. Um diese Einstimmigkeit angesichts des geschilderten Unmuts nicht zu gefährden, hat der Verwaltungsausschuss die Sache an sich gezogen. Dieses Gremium will, auch unter Berufung auf das Kommunalverfassungsgesetz, den Mitgliedern der Gesellschafterversammlung die Weisung erteilen, Schmücking zu wählen. „Mit der einstimmigen Entscheidung soll auch sichergestellt werden, dass dem neuen Geschäftsführer der Rücken gestärkt wird“, teilt Theiß dazu auf Anfrage mit.