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Stadthagen Stadt Hilfe bei der Wohnungssuche nötig
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Hilfe bei der Wohnungssuche nötig
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00:24 26.11.2018
Frauke Harmening und Ralf Schütte präsentieren die Jutebeutel.
Quelle: rg
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Stadthagen

Ein Dach über dem Kopf zu haben – das wird in den kommenden Wochen ein lebenswichtiger Umstand. Deutschlandweit sind schon mindestens drei Obdachlose wegen der niedrigen Temperaturen gestorben. Aber die Suche nach einer Wohnung gestaltet sich für Menschen mit einem geringen Einkommen immer schwieriger. „In den letzten zwei Jahren hat sich auf dem Wohnungsmarkt abgezeichnet, dass es für Einzelpersonen zu wenige kleine und bezahlbare Wohnungen gibt. Das ist der allgemeine Trend, aber auch in Stadthagen der Fall“, sagt Sozialarbeiter Ralf Schütte von der Wohnungslosenhilfe in Schaumburg.

Somit dauere es immer länger bis es den Mitarbeitern des Vereins des Diakonischen Werks Hannover gelinge, eine Wohnung oder erst einmal eine vorübergehende Bleibe zu vermitteln.
Dementsprechend seien die Beratungsgespräche in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. „Bis Mitte November haben wir 4074 Besucherkontakte in unserem Café gezählt“, erläutert Schütte. Das bedeute, dass das Angebot durchschnittlich von 340 Personen angenommen wurde. Dabei handle es sich um 140 Einzelpersonen, die im Café oder der Beratungsstelle waren. Den stetigen Anstieg im Café und Büro erklärt sich Schütte vor allem mit der verschärften Situation auf dem Wohnungsmarkt und psychischen Auffälligkeiten vieler Menschen. Die ergeben sich häufig aus einer Alkoholabhängigkeit. Das mache eine Vermittlung nicht immer einfach.

Städtisches Obdach nur für den Notfall

Nur im Notfall greifen die Wohnungssuchenden auf das städtische Obdach zurück, berichtet Schütte. Eine der beiden Einrichtungen dürfen die Menschen lediglich zum Schlafen aufsuchen. Morgens müssen sie das Haus wieder verlassen. „Das hat mit Wohnen wenig zu tun. Da suchen sich viele eher einen Schlafplatz im Freien“, so Schütte. Die Unterkunft sei auch eher für Durchreisende gedacht. „In den Wintermonaten wird sie naturgemäß häufiger frequentiert“, sagt Stadtsprecherin Bettina Burger. Die Zahl liege dann bei acht bis neun Durchreisenden pro Monat. Die Aufenthaltsdauer variiere von ein bis drei Nächten, im Einzelfall auch länger. In den Sommermonaten werde die Unterkunft von bis zu vier Personen pro Monat aufgesucht, so Burger.
In dem anderen Obdachlosenhaus, das sich ebenfalls an der Herminenstraße befindet und frisch saniert ist, ist im Erdgeschoss derzeit belegt. Fünf Zimmer sind laut Burger bewohnt. Das Obergeschoss sei noch frei. Das könne gegebenenfalls von Familien bezogen werden, werde aber nicht explizit dafür freigehalten. „Müssen mehr einzelne Menschen als jetzt untergebracht werden, wird natürlich auch dafür das Obergeschoss genutzt“, stellt die Stadtsprecherin klar. Insgesamt finden 14 Menschen in dem Haus Platz. Das zweite Haus auf dem Gelände ist seit Jahren nicht mehr bewohnbar. Wann der lang geplante Abriss erfolgt, stehe wegen der knappen Stadtkasse noch nicht fest, so Burger. jemi

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Wünsche im Beutel erfüllen

Die ambulante Wohnungslosenhilfe veranstaltet bereits zum fünften Mal die Weihnachtstüten-Aktion. Schaumburger können dafür Jutebeutel in der Beratungsstelle oder dem Café an der Krummen Straße 40 bei Ralf Schütte und Frauke Harmening (Bild) abholen und für die Besucher mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Tabak oder anderen nützlichen Dingen befüllen. „Die Beutel werden dann zur Weihnachtsfeier an unsere Besucher verteilt“, berichtet Ralf Schütte von der Beratungsstelle. Die Weihnachtsfeier findet am Samstag, 15. Dezember, statt. Deshalb sollten die Jutebeutel bis dahin zurückgebracht werden. „Die Aktion mit den Beuteln hat in den vergangenen Jahren immer viele Menschen begeistert“, berichtet Schütte. 50 Stück seien stets befüllt worden. Die Taschen können an Wochentagen von 8 bis 13 abgeholt werden oder nach telefonischer Vereinbarung unter (05721) 91845. Foto: rg