Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Historisches Schützenfest endet mit Rundmarsch
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Historisches Schützenfest endet mit Rundmarsch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:39 23.06.2019
Angeführt vom Ahnser Spielmannszug ziehen die Schützen nach dem Zapfenstreich in die Rotts.
Angeführt vom Ahnser Spielmannszug ziehen die Schützen nach dem Zapfenstreich in die Rotts.  Quelle: eve
Anzeige
Stadthagen

Das Durchhaltevermögen der Marschierer wurde noch dadurch befeuert, dass viele Zuschauer sie mit der La-Ola-Welle empfingen.

Seine feierlichsten und durchaus stillsten Momente hatte das Schützenfest am Samstagabend erlebt. Mit Fackeln zog die Schützenfestfamilie zum Landsbergschen Hof, dem Sitz von Archiv und Bücherei. Auf und neben der wuchtigen Steintreppe formierten sich die Männer, um den Großen Zapfenstreich zu verfolgen. Den zelebrierten die Bückeburger Jäger und der Spielmannszug Ahnsen. In den Pausen zwischen den musikalischen Teilen tat niemand einen Mucks, obwohl der Hof mit Zuschauern vollgelaufen war. Wie immer bildete die Nationalhymne den Abschluss der Zeremonie.

Mehr Schützenfest geht nicht

Der feierliche Zapfenstreich lieferte den letzten Beweis, dass das 624. für Dirk Hasse ein besonderes Schützenfest war. Ist nicht leicht, alle Rollen aufzuzählen, die Hasse in der vergangenen Woche bekleidet hat: Er stand dem Lindenrott als Meister vor, er belegte beim Wettbewerb um den Besten Schuss Platz 3, den Zapfenstreich leitete er als Vorsitzender der Bückeburger Jäger ein. Naja, und nebenbei ist er auch noch der Sohn des Festkomitee-Mitglieds Gerhard Hasse. Viel mehr Stadthäger Schützenfest passt wohl in einen einzelnen Mann nicht hinein.

Am Samstagvormittag hatte mit Bürgermeister Oliver Theiß zunächst ein anderer im Mittelpunkt gestanden. Wie in jedem Jahr kam ihm die Aufgabe zu, im Ratskeller die Gewinner des Besten Schusses, des Engelking’schen Schildes und des Gästeschildes auszurufen. Insgesamt musste er zwölf Namen verlesen. Problem: Theiß‘ Stimme waren die Strapazen der vorausgegangenen Nacht deutlich anzuhören. Vielleicht kann man sie so beschreiben: Einen dreizehnten Namen hätte der Bürgermeister kaum noch rausgebracht.

Großes Gelächter

So lange die Stimme trug, lobte Theiß die „hervorragenden Schießergebnisse“. Die Gewinner bekamen launige Bemerkungen mit auf den Weg. „Jede Stadt versucht, ihre Bundestagsabgeordnete so oft wie möglich vor Ort zu haben“, leitete er seine Laudation auf CDU-Mann Maik Beermann ein, der für das Lindenrott den Gästeschild gewonnen hat. Man habe das mit dem Schießen so geregelt, dass er, Beermann, gewinne, erklärte Theiß mit unbewegtem Gesicht, aber unter großem Gelächter der Anwesenden, „und dann haben wir dem Maik auch noch das Versprechen abgenommen, dass er bei allen Rundmärschen mitmacht“.

Den Besten Schuss schaffte in diesem Jahr Jörn Paeger aus dem Amtspfortenrott. Der Sieg sei „völlig überraschend“ witzelte Theiß. Paeger konnte den Jux aber noch toppen: Sein Sieg sei in etwa so einzuschätzen, „als wenn Liechtenstein die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen hätte“.

Fazit: Nummer 624 des Historischen Schützenfestes ist gelungen. Der Austragung des 625. Schützenfestes, vom 10. bis zum 14. Juni 2020, dürfte nichts im Weg stehen. Von Arne Boecker

Auch die Kinder haben ihren Spaß

Die Kinder kommen! Jedes Jahr am Festsamstag um 14 Uhr sammeln sie sich auf dem Wall an der Grundschule am Stadtturm, um ihren eigenen Marsch durch die Stadt zu veranstalten. Vorweg lief mit Flötentönen und tüchtig Tschingedrassabum der Spielmannszug Glück auf. Ziel des bunten, lauten Zugs waren Festplatz und Festhalle. Dort waren allerlei Lustbarkeiten aufgebaut, von der Hüpfburg bis zum Zielwerfen, betreut unter anderem von THW und Feuerwehr. Eine Gruppe der Feuerwehr Schierneichen-Deinsen-Baum führte Tänze vor.

Auf der Empore hatte der Schützenbund einen Schießstand aufgebaut. Die Kinder und Jugendlichen schossen natürlich nicht mit scharfer Munition, sondern mit Lichtpunkten. Die Freude, wenn ein „Schuss“ aus zehn Metern Entfernung das Ziel fand, minderte dies nicht. ab