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Stadthagen Stadt Hochwasserschutz in Stadthäger Weststadt: Aufwendiges Prüfverfahren nötig
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Hochwasserschutz in Stadthäger Weststadt: Aufwendiges Prüfverfahren nötig
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13:06 16.04.2019
Der Krumme Bach wird bei Starkregen zum Ärgernis. Quelle: rg/Archiv
Stadthagen

Damit muss herausgefunden werden, ob die beiden im Raum stehenden Varianten auch mit einer Alternativfläche funktionieren. Hintergrund: Zu Jahresbeginn hatte sich herausgestellt, dass ein Eigentümer seine für das Vorhaben eigentlich benötigte Ackerfläche nicht an die Stadt verkaufen will. Allerdings hatte er in dem betroffenen Areal für den Hochwasserschutz eine alternative Fläche angeboten.

Zwei Varianten möglich

Nach Auskunft von Bürgermeister Oliver Theiß muss sich durch das wassertechnische Gutachten erweisen, ob sich beide oder zumindest eine der beiden Varianten auch mit der Alternativfläche realisieren lassen. Nach wie vor konkurrieren zwei Möglichkeiten des Hochwasserschutzes. Die eine, 1,8 Millionen Euro teure und von der Verwaltung favorisierte Option sieht zwei Ablaufbecken vor. Die andere ist 200 000 Euro teurer, stammt von der Lokalen Agenda 21 und enthält einen Wall entlang der Enzer Straße.

Für beide Varianten werden nach Angaben von Stadtsprecherin Bettina Burger von der Unteren Wasserbehörde jeweils zwei wassertechnische Nachweise verlangt. Erstens: Durch die jeweiligen Eingriffe – die Rückhaltebecken oder den Wall – wird eine Veränderung des Strömungsverhaltens des Krummen Baches und seiner kleinen Zuflüsse verursacht. Es muss nachgewiesen werden, dass sich diese Veränderung nicht negativ auf die umliegenden Flächen auswirkt. Zweitens: Es muss nachgewiesen werden, dass das Rückhaltevolumen der tieferliegenden Flächen nach Bau von Rückhaltebecken oder der Errichtung eines Walls mindestens so groß ist, wie vor den Maßnahmen.

Gutachten soll Ende Juli kommen

Für diese Nachweise ist nach Darstellung von Burger ein aufwendiges Prüfverfahren nach der sogenannten 2-D-Methode erforderlich, mit der Berechnungen zweidimensional quer zur Hauptfließrichtung des Krummen Baches vorgenommen werden können. Damit ist ein Wasserbau-Büro aus Minden beauftragt worden. Die Fertigstellung des Gutachtens ist laut Burger für Ende Juli vorgesehen.

Dann wird klar sein, welche der Varianten umsetzbar ist: eventuell keine oder eine davon oder beide. Die Verwaltung plant, nach Vorlage des Gutachtens einen entsprechenden Kriterienkatalog vorzulegen, anhand dessen sich die Politik für eine der beiden Varianten entscheiden soll – wenn denn beide genehmigungsfähig sind. Theiß zeigt sich optimistisch, dass zumindest die Agenda-Variante in jedem Fall umsetzbar sein sollte. Dieser stehe seiner Ansicht nach nur der Zweifel entgegen, ob die Bewohner südlich der Enzer Straße mit der Errichtung eines Walls hinter ihren Häusern einverstanden sein werden.

Förderfähig wären nach Einschätzung der Verwaltung beide Varianten. „Eine konkrete Aussage gibt es aber erst nach Festlegung auf ein Modell“, merkt Burger dazu abschließend an.

Von Stefan Rothe

Rückhaltebecken wird an St. Annen gebaut

Schon bald beginnt der Bau eines Regenrückhaltebeckens am Krummen Bach an St. Annen. Dort sollen die Arbeiten nach Angaben der Stadtverwaltung zeitnah beginnen und etwa sieben Wochen andauern. Hierbei kann es zu Einschränkungen bei der Benutzung des Fuß- und Radweges entlang des Krummen Baches kommen.

Hintergrund des Baus ist nach Angaben von Stadtsprecherin Bettina Burger zum einen der Nachausbau der Gretchen-, Hedwig-, Karolinen-, Luisen-, Magdalenen- und Sophienstraße (siehe obrigen Artikel), bei dem die bestehende Kanalisation von Misch- auf Trennsystem umgestellt wird. Das Regenwasser soll in den Krummen Bach eingeleitet werden. Weiterhin werden durch den Neubau des Verbrauchermarktes an St. Annen weitere Flächen versiegelt, die in den Krummen Bach entwässern.

Um die allgemeine Situation am Krummen Bach zu entschärfen, wurde das Regenrückhaltebecken laut Burger größer geplant als für die beiden Baumaßnahmen erforderlich. So stehen 40 Prozent des Rückhaltevolumens zusätzlich für den Hochwasserschutz zur Verfügung. ssr