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Stadthagen Stadt Ideen-Arena will Freifunk-Netz in Stadthagen aufbauen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Ideen-Arena will Freifunk-Netz in Stadthagen aufbauen
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13:55 10.07.2019
Christiane Bolte und Hans Aumann stellen die neueste Idee der Ideen-Arena vor: Freifunk für Stadthagen. Ihrer Meinung nach hätte dieses viele Vorteile für die Stadt. Quelle: col
Stadthagen

Im März 2017 ist das kostenlose WLAN in der Innenstadt ans Netz gegangen. Doch seit damals mehren sich gerade in den letzten Wochen die Beschwerden von Nutzern – es sei zu langsam oder die Anmeldung funktioniere gar nicht. Die Ideen-Arena präsentiert nun eine „unkaputtbare“ Alternative, die gleich mehrere Vorteile für die Stadt biete: Freifunk.

Die Funktionsweise ist schnell erklärt. Bürger und Geschäftsleute stellen einen Freifunk-Router (Kostenpunkt: ab 35 Euro) auf, diese vernetzen sich untereinander und bieten jedem den freien Zugang zum Internet. Hans Aumann, der sich für die Ideen-Arena mit den technischen Details vertraut gemacht hat, versichert: „Bedenken bezüglich der sogenannten Störerhaftung oder der Belastung des eigenen Internetzugangs müssen sich die Teilnehmer nicht machen.“

Ideen-Arena hofft auf viele Geschäftsleute

Wer sich über einen Freifunk-Router ins Internet einwählt, wird durch einen verschlüsselten Tunnel (VPN) zum Freifunk-Server geleitet und gelangt erst von dort aus ins Internet. Damit surfen Gäste nicht mit der Identität des jeweiligen Router-Inhabers, sondern mit der von Freifunk. Eine Rückverfolgbarkeit zu dem jeweiligen Anschluss sei dadurch nicht möglich, versprechen die Macher von „Hannover.Freifunk.Net“, mit denen Aumann Kontakt aufgenommen hat.

Die Ideen-Arena hofft, dass sich auch viele Geschäftsleute anschließen. Denn Kritik von Nutzern war auch laut geworden, weil das städtische WLAN schon nicht mehr in Geschäften funktioniere. Durch den Freifunk wäre die Störungs-Problematik ausgeräumt. Auch wenn der technische Betreiber des freien WLAN der Stadt zufolge nach den zahlreichen Beschwerden ein besseres Monitoring zugesagt habe.

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Beide Systemen zunächst parallel

Im Durchschnitt haben sich im vergangenen Jahr 105 Nutzer pro Tag eingewählt. Für das freie WLAN hat die Stadt 9000 Euro investiert, Betriebskosten von 5000 Euro im Jahr kommen oben drauf. Dieses Geld könne im städtischen Haushalt besser eingesetzt werden, sind Aumann und Christiane Bolte überzeugt. Bürgermeister Oliver Theiß unterstütze das Vorhaben, erklärt Aumann. Zu Beginn, bis die Akzeptanz geschaffen sei, so habe er es der Stadt empfohlen, sollten beide Systeme parallel laufen.

Perspektivisch könnten bei der Sanierung der Straßen in der Innenstadt auch die neuen Laternen die Freifunk-Router tragen und damit die Versorgung verbessern. Nötig sei dafür nur die Verlegung eines weiteren Kabels.

Bolte: Es geht um bürgerschaftliches Engagement

Bolte betont, dass es bei dieser Initiative nicht nur um freies WLAN geht, sondern um das bürgerschaftliche Engagement, „für das wir von der Idee-Arena uns ja immer einsetzen“. Schließlich sei man mit dem Thema angetreten, dass Bürger etwas für Bürger tun. Sie hebt auch den integrativen Charakter der Maßnahme für Stadthagen hervor. Schließlich seien nicht alle Menschen in der Lage, unbegrenztes Datenvolumen zu bezahlen.

Zu einer Informationsveranstaltung zu dem Thema möchte die Ideen-Arena nach den Sommerferien einladen.

Freifunk-Router anbieten

Wer Interesse hat, einen Freifunk-Router bei sich zu Hause oder in seinem Geschäft aufzustellen oder aktiv mitarbeiten möchte, kann sich per E-Mail an die Idee-Arena wenden: Freifunk.Stadthagen@Ideen-Arena.de.

von Mira Colic

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