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Stadthagen Stadt Identität der Leichen steht noch nicht fest
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Identität der Leichen steht noch nicht fest
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17:38 15.03.2018
Bei einer groß angelegten Suchaktion sind am Mittwoch auf dem Gelände in Hille zwei weitere Leichen gefunden worden. Sie lagen im Garten vergraben. In der Scheune wurde die Leiche von Fadi S. vergangenen Freitag entdeckt. 
Bei einer groß angelegten Suchaktion sind am Mittwoch auf dem Gelände in Hille zwei weitere Leichen gefunden worden. Sie lagen im Garten vergraben. In der Scheune wurde die Leiche von Fadi S. vergangenen Freitag entdeckt.  Quelle: vin
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Stadthagen/Hille

In erster Linie gilt es zu klären, ob es sich bei den beiden in einem Meter Tiefe vergrabenen Leichen um den 71 Jahre alten Hofbesitzer sowie einen 65 Jahre alten Hiller handelt. Beide waren seit mehr als einem halben Jahr offenbar nicht mehr gesehen worden.

Der heruntergekommene Hof, in dem die Leiche des 30-jährigen Stadthägers S. gefunden wurde, gehört dem 71-Jährigen. Direkt nebenan steht das Wohnhaus von Jörg W., in dem der 51-Jährige gemeinsam mit seiner 65 Jahre alten Frau Ehefrau wohnt. Offenbar hatte sich W. in den vergangenen Monaten immer mehr auf dem Hof aufgehalten, hat Räume renoviert und Dinge dort untergestellt. Auf die Frage nach dem Verbleib des Seniors soll W. gesagt haben, dass er eine Entzugskur in Bayern mache. Diese Aussage hatten Verwandte wohl auch nach Monaten des Verschwindens nicht hinterfragt.

Der 65 Jahre alte Mann, der ebenfalls seit Monaten nicht mehr gesehen wurde, hatte eine Zeit lang mit im Wohnhaus des Ehepaares gelebt. Der Hiller unterstützte W. bei einigen Arbeiten. Auch er wurde nicht vermisst gemeldet. Eine Obduktion soll nun klären, wann und wie die beiden gefundenen Leichen ums Leben kamen und ob es sich um die beiden Rentner handelt.

Die Untersuchung des Leichnams von Fadi S. ergab, dass er erschlagen wurde. Auf die Leiche waren die Polizisten in einem separaten Verschlag in der Scheune des Hofes gefunden. Direkt neben dem zweifachen Familienvater lag ein Hammer – offenbar das Tatwerkzeug. Den Mord an dem Stadthäger hatte Jörg W. zwei Tage, nachdem er in Bayern gefasst wurde, gegenüber den Ermittlern der Mordkommission gestanden. Ob und wie er sich mit Blick auf die beiden anderen Toten einlässt, sagt die zuständige Polizei in Bielefeld nicht.

Die Verbindung zu Fadi S. entstand im vergangenen Jahr. Aufgrund einer Anzeige waren sie zusammengekommen. Dort suchte einer der beiden einen Handwerker, mit dem sich der Anzeigenerstatter in der Baubranche selbstständig machen wollte. Sie kamen zusammen. S. ist gelernter Maurer. Doch in letzter Zeit kam es immer wieder zu Streitereien zwischen den beiden Männern. Das teilen Bekannte des Opfers mit. Fadi S. soll etwa 5000 Euro eingebracht haben. Mit dem Geld sollte der 51-Jährige Kunden an Land ziehen und das Geschäft weiter antreiben. Doch offenbar tat er das nicht. Am Sonntag, 4. März, fuhr der 30-Jährige nach Hille, um sich mit W. zu treffen. Möglicherweise kam es erneut zum Streit, der dann eskaliert und mit dem Tod des Stadthägers endete.

Jörg W. ist nach Behördenangaben bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Er selber sagt aber über sich, in der Fremdenlegion gedient zu haben. Außerdem gehört er dem Vernehmen nach zu einer Rockergruppierung. Er ist vor sieben Jahren nach Hille gezogen.

Am Freitag, 16. März, wird die Polizei voraussichtlich die Ergebnisse der beiden Obduktionen bekannt geben. In dem kommenden Tagen soll auch Jörg W. von Bayern, wo er derzeit noch in Untersuchungshaft sitzt, nach Ostwestfalen-Lippe gebracht werden. Dann soll er mit dem Fund der beiden Leichen konfrontiert werden. vin