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Stadthagen Stadt Immer weniger Jugendliche lassen sich konfirmieren
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Immer weniger Jugendliche lassen sich konfirmieren
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18:20 17.12.2018
Die neue Ampel ist in Betrieb: Seit gestern kann der Verkehr an der Kreuzung wieder wie gewohnt fließen.
Die neue Ampel ist in Betrieb: Seit gestern kann der Verkehr an der Kreuzung wieder wie gewohnt fließen. Quelle: rg
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2015 waren es noch 535 Jugendliche, in diesem Jahr nur noch 424.

„Im Vergleich mit den meisten anderen Mitgliedskirchen liegen wir immer noch im oberen Drittel“, sagt Landeskirchen-Sprecher Ulrich Hinz. Dies liegt auch an den Rahmenbedingungen. „Wir sind eine Landeskirche mit überwiegend ländlich geprägten Gemeinden. Es gibt keine Großstädte, in denen der Anteil kirchlich ungebundener Familien höher ist als hier bei uns.“

Natürlich spiele bei den zurückgehenden Zahlen auch der demografische Wandel eine Rolle, sagt Superintendent Martin Runnebaum. Weniger Jugendliche bedeuteten eben auch weniger Konfirmanden. Die einzige Erklärung sei dies aber nicht. Von 90 Schreiben, die die Gemeinde an potenzielle Konfirmanden rausschicke, meldeten sich etwa die Hälfte zum Unterricht an.

Mindestens ein Elternteil in der Kirche

Angeschrieben werden alle Jugendlichen, von denen mindestens ein Elternteil in der Kirche ist. Dass sie getauft sind, ist also keine Voraussetzung. Dies wird beispielsweise in der Hamelner Martin-Luther-Gemeinde anders gehandhabt. Dort werden nur die Jugendlichen angeschrieben, die auch getauft sind. In beiden Fällen fallen diejenigen raus, bei denen beide Elternteile nicht in der Kirche sind.

Die Teilnahme von ungetauften Jugendlichen an den Konfirmandenkursen sei in den vergangenen Jahren in vielen Gemeinden rückläufig, sagt Hinz und führt aus: „Nach der Wiedervereinigung war sie in vielen Gemeinden durch den Zuzug von Familien aus den neuen Bundesländern höher.“

Pfarrer Jörg Böversen spricht in diesem Zusammenhang von einem Traditionsverlust: „Früher hat es einfach dazugehört, dass man konfirmiert wird.“ Heutzutage überließen Eltern häufig ihren Kindern die Entscheidung. „Das war vor Jahrzehnten noch anders.“ Dies sei auch der Grund, warum nicht getaufte Jugendliche angeschrieben werden. „Wir machen deswegen auch während der Konfirmandenfahrt auf Spiekeroog eine große Tauffeier.“

Unterricht wurde angepasst

Die Kirche habe derweil dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung getragen und den Unterricht angepasst. Man sei weg vom schulischen Frontalunterricht. „Es geht heute mehr darum, erlebnispädagogische Erfahrungsräume zu öffnen und um die Frage, was der Glaube bedeuten kann“, so Böversen. Die jungen Pastoren der Gemeinde dächten sich immer wieder neue Angebote aus. So gibt es etwa einmal im Monat eine „Chill-out-Andacht“ für Jugendliche und den von der jungen Pastorin Nora Vollhardt angebotenen Glaubens-Info-Kurs für Eltern, deren Kinder konfirmiert werden.

Die Kirche bewerte die Entscheidungen der Eltern nicht, betont Hinz. „Wir weisen jedoch auf die Säuglings-/ Kindertaufe hin.“ Dies könne sich ergeben beim Besuch auf der Entbindungsstation und bei anderen Gelegenheiten, in denen Pastoren mit Eltern von Neugeborenen oder von Kindern zusammenkommen, beispielsweise in evangelischen Kindertagesstätten. Außerdem werde in Gemeindebriefen immer wieder über die Konfirmandenarbeit und besondere Projekte wie das Konfirmanden-Camp der Landeskirche berichtet. col