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Stadthagen Stadt Jugendtreff-Leiter will Schlägerei mit Teenagern zum Thema machen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Jugendtreff-Leiter will Schlägerei mit Teenagern zum Thema machen
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19:44 25.02.2019
Jörg Lehnert weiß: Beim Jugendtreff kommen hauptsächlich Jugendliche mit Migrationshintergrund zusammen.  Quelle: rg
Stadthagen

Etwa 50 bis 60 junge Leute im Alter zwischen 13 und 20 Jahren kommen Lehnert zufolge regelmäßig zu dem Treff im Kulturzentrum Alte Polizei. Die meisten haben Migrationshintergrund, auch Flüchtlinge sind dabei. Dass mal gestritten wird, sagt Lehnert, sei klar. Seit 2010 sei es aber nicht mehr zu ernsthaften Auseinandersetzungen gekommen, von einer Eskalation wie in der vergangenen Woche ganz zu schweigen.

Beim Forum, das es einmal in der Woche gibt, will Lehnert die Ereignisse auf der Obernstraße aber auf jeden Fall besprechen. „Ich kann nicht ausschließen, dass Jugendliche, die am Freitag hier gefeiert und getanzt haben, mit anderen auf der Straße aneinandergeraten sind“, räumt der Sozialarbeiter ein. Von einigen wisse er zudem, dass sie bei der Schlägerei dabei waren.

Verantwortung nicht bewusst

Einer der Punkte, die Lehnert bei den Jugendlichen ansprechen möchte: „Wie man mit solchen Sachen schlechte Stimmung gegen sich selbst macht.“ Erfahrungen mit Ausgrenzung und Diskriminierung seien bei den Besuchern des Jugendtreffs häufig Thema. „Aber was passiert in den Köpfen, wenn jemand in der Zeitung von solchen Ereignissen liest?“, fragt Lehnert. Viele seien sich ihrer eigenen Verantwortung nicht bewusst, wenn sie in der Gruppe „mit einer bestimmten Haltung durch die Innenstadt ziehen wie die glorreichen Sieben und damit vielleicht auch Leuten Angst machen“.

In der Pflicht sieht Lehnert aber genauso „die Gesellschaft als Ganzes“. Viele Besucher des Jugendtreffs seien allein zugänglich und „ganz weich“, beugten sich unter Altergenossen aber dem Gruppenzwang. „Vor allem brauchen wir Zeit zum Zuhören“, sagt Lehnert. „Wir könnten jeden Tag Jugendtreff machen.“ Aktuell gebe es diesen aber nur dreimal in der Woche. Deshalb spreche er sich schon seit Langem für eine weitere Stelle in der Jugendarbeit bei der Alten Polizei aus, die Politik und Verwaltung genehmigen müssten.  jcp