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Stadthagen Stadt „Keine Aussage zur Zukunft der Produktion“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt „Keine Aussage zur Zukunft der Produktion“
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18:42 29.12.2009
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Stadthagen. Zum 30. Juni 2010 läuft eine Regelung über die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Produktion aus. Zur Zeit sind von den rund 1500 Faurecia-Arbeitnehmern am Standort Stadthagen etwa 360 im hiesigen Produktionswerk beschäftigt. Ein Großteil der dort ansässigen Aufträge befindet sich bereits in der Auslaufphase. Dazu kommen Beschäftigungsprobleme durch die aktuelle Wirtschaftskrise, denen derzeit mit Kurzarbeit und einer 30-Stundenwoche begegnet wird.

„Wir sind auch weiterhin bereit mitzuhelfen, die aktuell sehr angespannte Auftragssituation mit Kurzarbeit zu begleiten“, sagte Fred Hartmann, der Vorsitzende des Faurecia-Betriebsrates, im Anschluss an die Belegschaftsversammlung. Wenn dies nicht ausreiche, wäre der Betriebsrat auch weiterhin zu einer moderaten Absenkung der Arbeitszeit bereit. Dies dürfe die finanzielle Belastbarkeitsgrenze der Arbeitnehmer aber nicht überschreiten. „Die Beschäftigten haben aber auch ein Anrecht darauf zu erfahren, wie es hier nach dem Jahr 2010 weitergehen soll“, forderte Hartmann mit Nachdruck.

Die Unternehmensleitung habe dem Betriebsrat nach dessen Auskunft mitgeteilt, dass man aktuell nicht bereit sei, Produktion von Osteuropa nach Stadthagen zu verlagern. Eine Produktionsverlagerung von Osteuropa nach Stadthagen ist jedoch zentraler Bestandteil eines kürzlich vom Betriebsrat vorgelegten „Drei-Säulen-Modells“ zur langfristigen Sicherung von Produktionsarbeitsplätzen. Nach Berechnungen und Analysen des Betriebsrates würde eine Rückverlagerung nicht nur Arbeitsplätze in Stadthagen sichern, sondern wäre angesichts steigender Transport- und Arbeitskosten in Osteuropa auch wirtschaftlich darstellbar.

Nach den Vorstellungen der Arbeitnehmervertretung soll zur Aufarbeitung dieser Problemstellung ein externer Sachverständiger eingeschaltet werden. Dieser soll das Konzept und die Berechnungen des Betriebsrates hinsichtlich der Machbarkeit und der Wirtschaftlichkeit überprüfen.

Die Hinzuziehung des Sachverständigen wird vom Management nach Mitteilung der Arbeitnehmervertretung bisher allerdings verweigert. „Hier drängt sich der Eindruck auf, als ob einige Angst davor haben, dass ein solches Gutachten unangenehme Wahrheiten zu Tage fördern könnte. Möglicherweise würden sich Managemententscheidungen aus der Vergangenheit als falsch herausstellen“, mutmaßte Gröger. r, ssr