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Stadthagen Stadt Kita-Streit: Awo schlägt die PLSW
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Kita-Streit: Awo schlägt die PLSW
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08:43 25.04.2018
"Im Holzwinkel" soll die neue Kita gebaut werden.
"Im Holzwinkel" soll die neue Kita gebaut werden. Quelle: rg
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STADTHAGEN

Es wäre „ein Stück aus dem Tollhaus, der Awo die Trägerschaft zu übertragen“, betonte der WIR-Fraktionsvorsitzende, bevor er sich an die Mehrheitsgruppe wandte: Sollte diese sich nämlich gegen die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland entscheiden, „können dafür nur sachfremde Gründe eine Rolle spielen“. Damit zielte er offenbar auf die traditionelle Nähe der SPD zur Awo ab. „Man muss auch im Rat offen und kontrovers diskutieren, welche Gründe zu solchen Beschlüssen führen“, so Wilmers.

"Stilloser" Angriff

Diesen Vorwurf wollte sich Jan-Philipp Beck (SPD) nicht bieten lassen: „Das ist stillos und das hat dieser Rat nicht nötig. Wir sollten solche Attacken unterlassen, um die Träger nicht in einen politischen Frontkampf geraten zu lassen. Zumal es ja auch in ihrer Fraktion eine Debatte gegeben zu haben scheint.“ Tatsächlich teilten nämlich nicht alle Fraktionskollegen Wilmers Meinung. Jürgen Burdorf sprach bei seinem Votum für die Awo von einem „Millimeterentscheid“, weil sie den integrativen Aspekt in den Fokus rücke.

Im Vorfeld hatte auch Beck bereits von der „schwersten Entscheidung dieser Ratsperiode“ gesprochen: „Und zwar deshalb, weil wir mit beiden Trägern gute Erfahrungen gesammelt haben.“ Da es aus finanzieller Sicht keinen Unterschied gebe, spreche für die Awo nicht zuletzt der Standort. „Wir erhoffen uns Synergieeffekte für die Weststadt, ist doch die neue Kita keinen Kilometer vom Begegnungszentrum an der Gubener Straße entfernt.“

Awo-Netzwerk punktet

Mit dem „Zusatznutzen“ argumentierte auch Lothar Biege (FDP). Die Awo verfüge bereits über ein Netzwerk bei der Integration von Migranten und Flüchtlingen. In Richtung Heiko Tadge (CDU) sagte er: „Sie haben selbst Hilfe von Kreis und Land eingefordert, weil Stadthagen durch den großen Zuzug von Flüchtlingen in einer besonderen Lage ist. Wenn Sie sich selbst beim Wort nehmen, müssten Sie auch so handeln.“

Er stehe zwar zu seiner Aussage, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Tadge, dennoch halte er die Beschlussvorlage zugunsten der Awo für falsch. Dabei spiele die Kostenfrage eine nur untergeordnete Rolle, wobei: „Die PLSW hat konstant bei jedem Entwurf gerechnet und Professionalität bewiesen, während es bei der Awo mehrfach Schwankungen gab.“ Der CDU sei klar, dass die Differenz nicht bei 100.000 Euro liege, allerdings könne bei der PLSW, die deutlich mehr Kindertagesstätten betreibt, auf Synergieeffekte etwa bei den Verwaltungskosten gerechnet werden. Letztlich würde so der Zuschussbedarf der Stadt deutlich geringer ausfallen. „Und wer es schafft, Kinder mit Behinderungen zu integrieren, schafft das auch mit Kindern mit Flüchtlingserfahrung.“ Das sah die Mehrheit wie auch schon im Verwaltungsausschuss anders. col