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Stadthagen Stadt Kita für drei Gruppen im Wohngebiet „Am Obstanger“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Kita für drei Gruppen im Wohngebiet „Am Obstanger“
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21:24 27.09.2019
Auf diesem zentralen Gelände im Innern des Baugebiets „Am Obstanger“ wird die neue Kita entstehen. Quelle: rg
Stadthagen

„Die Verwaltung gibt sich Mühe, richtig Gas zu geben“, betonte Iris Freimann, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste. Bei dem Ziel, die neue Kita schon im zweiten Halbjahr 2020 fertigzustellen, handele es sich „um einen sehr sportlichen Zeitplan“, fügte Bauamtschefin Mei-Ing Ruprecht hinzu. Die Politik wolle zu diesem Tempo ihren Beitrag leisten, tat Heiko Tadge (CDU) unter Zustimmung aus den anderen Fraktionen kund. Daher beschlossen die beiden Ausschüsse einstimmig, dass der Verwaltungsausschuss auf sein Recht auf die Auftragsvergaben verzichtet, um Zeit zu gewinnen. „Wir geben dem Bürgermeister dafür die Hoheit“, formulierte Tadge.

Grundstück schon im städtischen Besitz

Zeit wird auch dadurch gespart, dass das Grundstück im Innern des „Obstangers“ bereits in städtischem Besitz ist. Auch baurechtlich sind keine Vorleistungen erforderlich, weil das Areal im geltenden Bebauungsplan bereits seit Langem als „Fläche für den Gemeinbedarf – Kindergarten“ eingetragen ist.

Die Kita wird in sogenannter modularer Betonbauweise aus größeren Einzelbauteilen zusammengesetzt. Dies ermöglicht laut Ruprecht eine sehr kurze Bauzeit, „gleichzeitig ist aber von einer Lebensdauer von bis zu 50 Jahren auszugehen“. Das Bauwerk werde „wie eine normale Kita“ wirken, so die Bauamtsleiterin.

Spielplatz wird abgetrennt

Die Kita wird für eine Krippen- und zwei Kiga-Gruppen konzipiert. Dieses Verhältnis habe sich bereits in anderen Stadthäger Einrichtungen bewährt, argumentierte Freimann. Die Gruppenräume des Kindergartens sollen laut Ruprecht wegen des Lichteinfalls nach Süden ausgerichtet werden, davor liegt das Außengelände. Die Krippe wird mit einem eigenen Außenareal in Richtung Osten angelegt. Der benachbarte Spielplatz werde abgetrennt. Zu den Gruppenräumen kämen entsprechende Neben-, Schlaf-, Technik-, Büro-, Personal- und Sanitärräume.

Die Außenwände sollen mit einer „Vorhangfassade“ aus Holz verkleidet werden. Die Heizung wird an das benachbarte Blockheizkraftwerk angeschlossen. Das Flachdach soll mittels zusätzlicher Holzbauträger und Schalung entstehen. Martin Schaefer (SPD) wollte wissen, ob ein bepflanztes Gründach möglich sei. Nach Auskunft von Ruprecht wäre dies durchaus denkbar, würde aber zusätzliche 70000 Euro kosten. Ausschussvorsitzende Ute Hartmann-Höhnke (SPD) schlug vor, dies in den Fraktionen zu beraten, um die Pläne eventuell noch mit einem Gründach nachzurüsten. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens inklusive Planung belaufen sich auf 2,4 Millionen Euro.

„Beispiellose Einigkeit im Rat"

Thomas Pawlik (SPD) zeigte sich „erfreut über das Tempo der Verwaltung“. Das Projekt werde zudem von einer „beispiellosen Einigkeit im Rat getragen“. Gunter Feuerbach (CDU) merkte an, das Modul-Projekt könnte eventuell „Beispielcharakter“ für spätere Kita-Vorhaben haben, die Politik solle die Erstellung eng begleiten. Die Modulbau-Variante ist nach Überzeugung von Richard Wilmers (WIR) „die richtige Lösung“. Der Versuch, vor Ende 2020 fertig zu werden, müsse unternommen werden.

Von Stefan Rothe