Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Kurzfristige Lösungen für Betreuung
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Kurzfristige Lösungen für Betreuung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:34 02.05.2017
Quelle: pr.
STADTHAGEN

Während die SPD/Grüne/FDP-Gruppe für die Ausarbeitung eines pädagogischen Konzeptes plädiert, bevor es an die Planungen eines Neubaus gehe, weist Bürgermeister Oliver Theiß auf den Zeitdruck wegen fehlender Plätze hin.

Deswegen hat die Verwaltung auch schon kurzfristige Lösungen erarbeitet. Eine Möglichkeit wäre demnach die Schaffung einer weiteren Gruppe in der Kita „Löwenzahn“ Enzen. Weiterhin liege der Verwaltung ein Angebot für eine Übergangslösung in der ehemaligen „Therapeutischen Lehranstalt Schaumburg“ vor. Eine Eignung müsse noch geprüft werden. Als kurzfristige Lösung wird auch die Aufstellung von Containern geprüft. Firmen haben die in Frage kommenden Standorte Am Obstanger und in Enzen bereits auf ihre Tauglichkeit geprüft, konkrete Angebote lägen derzeit noch nicht vor, so Theiß.

Mehrere Immobilien wurden geprüft

Der Umbau einer Bestandsimmobilie habe sich laut der Verwaltung aus verschiedenen Gründen als nicht geeignet herausgestellt. Geprüft worden waren der Getränke-Markt hinter Jawoll, die Olympiaturnhalle, das Ärztehaus an der Bahnhofstraße, das Krankenhausareal und die Hans-Christian-Andersen-Schule. All dies habe die Verwaltung dazu bewogen, den Neubau einer fünfgruppigen Kita mit zwei Krippengruppen (je 15 Plätze), einer Integrationsgruppe mit 18 Plätzen, einer altersübergreifenden Gruppe mit 18 Plätzen und einer Regelgruppe mit Platz für 25 Kinder vorzuschlagen.

Stadthagen hat auf den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz im Jahr 2013 mit dem Umbau von Kindergarten- in Krippengruppen reagiert. Auf einen Neubau war damals verzichtet worden. War damals davon ausgegangen worden, dass die Nachfrage bei 35 Prozent der Eltern liegen würde, gehen neue Schätzungen von 65 Prozent aus. In den sechs Krippen in Stadthagen stehen keine freien U3-Plätze (insgesamt 118) mehr zur Verfügung, „weshalb ab dem 1. August Rechtsansprüche nicht mehr abgedeckt werden können“, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Reduzierung des Betreuungsschlüssels

Zudem habe sich der Anteil an Kindern mit besonderem Förderungsbedarf, Bedarf an Frühförderung, Entwicklungsverzögerungen sowie sprachlichen und motorischen Handicaps in den vergangenen Jahren rasant erhöht. Diesem Trend könne nur mit der Reduzierung des Betreuungsschlüssels – wie jüngst auch von der evangelischen Kita Regenbogenhaus gefordert –, dem Einsatz von Sprachförderkräften sowie der Einrichtung von Integrations-Gruppen entgegengewirkt werden. Dafür fehle der Verwaltung jedoch jeglicher Handlungsspielraum.

Es sei für die Stadt immens wichtig, sich auf lange Sicht weiterhin familienfreundlich aufzustellen und die Kindertagesstätten als „weichen Standortfaktor“ zu nutzen. Sollte zudem die beitragsfreie Kita kommen, wie sie die SPD im Landtagswahlkampf fordert, sei davon auszugehen, dass noch mehr Eltern ihre Kinder in Kitas anmelden – und die Mehrheit favorisiert bereits jetzt einen Ganztagsplatz .

Die Stadt hofft auf die Zustimmung für die Fortführung der Neubau-Planungen, während ein Interessenbekundungsverfahren zur späteren Trägerschaft angeschoben wird. Die Sitzung des Ausschusses für Schulen und Kindergärten beginnt am  Donnerstag um 17 Uhr im Rathaussaal. col