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Stadthagen Stadt Leerstand: Auf der Suche nach neuen Lösungen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Leerstand: Auf der Suche nach neuen Lösungen
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21:11 29.04.2019
Kein schöner Anblick: Leerstehendes Geschäft in der Innenstadt. Quelle: pr
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Stadthagen

Neue Vermietungen gebe es seit dem vergangenen Jahr zum Beispiel in der Rathauspassage und am Hundemarkt, wo ein Hundesalon eingezogen ist. In den einst leeren Räumen an der Klosterstraße sind jetzt die Stadtwerke zu finden, an der Echternstraße gibt es inzwischen eine Kindertagesstätte.

Nachnutzungen hätten sich auch an der Obernstraße ergeben, unter anderem nennt Masurek die Stichworte „Cottage“, „Geschenke Hoffmann“ und „shg-Wasserbetten“, Letztgenannte an der Niedernstraße. In der Rathauspassage seien alle Flächen belegt.

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"Massive Veränderungen"

Auch wenn es in Sachen Onlinehandel schwieriger für den Einzelhandel geworden ist, sei die Innenstadt laut Masurek weiterhin als Geschäftsstandort gefragt, es werde nach wie vor viel investiert. „Insofern sind wir froh und guten Mutes, dass es immer wieder auch positive Dinge zu berichten gibt.“ Die Innenstädte befänden sich „in einem massiven Veränderungsprozess“, sagt Masurek. Das bedeutet unter anderem, dass sich nicht nur klassischer Handel ansiedelt, wie das Beispiel der Kita zeigt.

Aber: „Es gibt selbstverständlich Immobilien, die sich nicht vermieten lassen.“ Die Ursachen seien unterschiedlich. Geld könne ein Grund sein. Die Höhe der Mietpreise liege in der Kernstadt zwischen fünf und mehr als 20 Euro pro Quadratmeter. Einigen sei das zu teuer.

Manchmal ist nach Auskunft Masureks auch der Zustand der jeweiligen Immobilie Schuld: In so manchem Haus herrsche Sanierungsstau. „Andere werden von Eigentümern gar nicht erst am Markt angeboten.“ Sehen könne man das von außen nicht, im Stadtbild ergebe sich aber ein Leerstand.

Pop-up-Stores als Chance

Die Situation ist vertrackt. Eine Chance sieht Masurek zum Beispiel in sogenannten Pop-up-Stores. Diese provisorisch eingerichteten Läden werden nur vorübergehend in leer stehenden Geschäftsräumen betrieben. Sie könnten „Aufmerksamkeit für einzelne Objekte bringen und die Gelegenheit geben, Konzepte auszuprobieren“. Auf die Frage nach einer eigenen Internetseite, auf der freie Immobilien aufgelistet werden, sagt der Wirtschaftsförderer: „Wir denken an der Stelle über neue Lösungen nach, die aber noch nicht spruchreif sind.“

Einige Überlegungen sind auch schon wieder in der Versenkung verschwunden. An der Niedernstraße wurde geplant, mehrere Flächen als zusammenhängendes Objekt zu vermieten. Dieses Projekt, sagt Masurek, werde „seit einiger Zeit nicht weiter verfolgt“. Zum Erfolg in Form eines „engeren Netzwerks“ habe dagegen die Initiative zum Leerstandsmanagement geführt.

Mietzuschüsse etwa aus dem Zuschuss-Förderprogramm ProInvest des Landkreises könnten dazu dienen, Mietern die Entscheidung zugunsten der Stadthäger Innenstadt zu erleichtern. Bei Gesprächen mit Interessenten spielten solche Programme immer eine Rolle. Auch den Gründerwettbewerb „Start Stadthagen“ – die Preisverleihung ist für Ende Mai geplant – nennt der Wirtschaftsförderer als Möglichkeit für Unternehmer, sich Zuschüsse und Beratungsleistungen zu sichern. r