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Stadthagen Stadt Lusthaus schon jetzt ein Anziehungspunkt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Lusthaus schon jetzt ein Anziehungspunkt
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13:50 11.03.2018
Dicht an dicht drängen sich die Besucher im Lusthaus. Dutzende sind der Einladung der Stadt zum Tag der offenen Baustelle gefolgt.
Dicht an dicht drängen sich die Besucher im Lusthaus. Dutzende sind der Einladung der Stadt zum Tag der offenen Baustelle gefolgt. Quelle: rg
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Stadthagen

Das von CDU-Ratsherr Heiko Tadge als „teures Juwel“ bezeichnete Lusthaus soll jetzt auch noch eine vergoldete Krone beziehungsweise Ananas aufgesetzt bekommen. Dafür hat Bürgermeister Oliver Theiß bei der öffentlichen Besichtigung des Gebäudes im Schlosspark für Spenden geworben. Schließlich könnten solche „Extras“ nicht alle aus dem klammen städtischen Haushalt finanziert werden.

Vorab hatte Bauamtsleiter Gerd Hegemann vor den rund 60 Besuchern die Sanierungskosten von gut 600.000 Euro verteidigt. Damit reagierte er auf die Kritik, warum nicht vorab bekannt gewesen sei, wie marode das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist. „Im Inneren war alles verkleidet und von Außen haben wir das Wasser. Deswegen war uns bei der ersten Kostenschätzung der Blick verwehrt.“ Letztlich habe man keine andere Möglichkeit gehabt, als nun gründlich zu sanieren, „sonst wäre es eine komplette Geldverschwendung gewesen“.

Besucher begrüßen Sanierung

Als Ziel für die Fertigstellung hat die Stadt, wie Hegemann jetzt auch wieder sagte, den Spätsommer oder Herbst angekündigt. Architekt Horst Faltz macht aber auch deutlich, dass die Arbeiten sehr wetterabhängig seien, weil vier Lehmschichten verbaut würden, die einzeln trocknen müssen.

Stadthägerin Erika Eberson will das fertige Lusthaus auf jeden Fall mal besuchen, „auch wenn ich mir aktuell gar nicht vorstellen kann, wie es aussehen soll“. Die Kosten seien zwar hoch, „aber ich hätte es schade gefunden, wenn man es hätte verfallen lassen“. Ähnlich sieht es Wilhelm Meier: „Abreißen war ja nicht möglich, schließlich steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Und beim Bauen muss man immer damit rechnen, dass es teurer wird.“ Er glaube aber schon, dass das Lusthaus ein Anziehungspunkt im Schlosspark werden wird. Hinterher werde niemand mehr über die Kosten sprechen, sagt auch Reinhard Heinsch. Beide wundern sich allerdings, dass die Toiletten an Ort und Stelle bleiben. „Ist ja schon ungewöhnlich, dass man durch den Regen laufen muss.“ Wie Architekt Faltz erklärt, gebe es keinen Platz, um die Toiletten zu vergrößern, auch wenn diese nicht behindertengerecht sind. col