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Stadthagen Stadt Mann aus Stadthagen lässt seine Wut an Auto aus
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Mann aus Stadthagen lässt seine Wut an Auto aus
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13:33 23.04.2019
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Symbolbild Quelle: dpa
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Stadthagen

Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil der Angeklagte Berufung eingelegt hat.

Selbstjustiz mit Vorgeschichte

Die Vorgeschichte beginnt in diesem Fall von Selbstjustiz bei einer Tankstelle an der Jahnstraße. Ein Paar, dessen Kind mit im Wagen sitzt, will das Gelände verlassen, wird aber daran gehindert, weil ein anderes Auto den Weg versperrt. Trotz Hupgeräuschen und Handzeichen lässt sich die Fahrerin reichlich Zeit mit dem Wegfahren, macht dann aber Platz.

Nach einiger Zeit bemerkt das Paar, dass ihm ein Fahrzeug folgt. Am Steuer sitzt die Frau von der Tankstelle. Nachdem beide an der Leineweberstraße einen gemeinsamen Freund abgeholt haben und die Fahrt weitergehen soll, ist die Hofeinfahrt versperrt. Dort parkt nämlich die Frau und telefoniert.

In diesem Moment kommt plötzlich ein schwarzes SUV angerauscht. Der Fahrer steigt aus seinem Geländewagen, tritt gegen das mit vier Personen besetzte andere Fahrzeug, reißt voller Zorn dessen Dachreling ab und stößt wüste Beschimpfungen aus, zum Beispiel „Hurensohn“.

Zufälliges Wiedersehen auf Polizeiwache

Erst als ein Nachbar rauskommt, steigt der Mann in sein SUV, macht den Weg frei und fährt schließlich weg. Auch die Opfer des Wutanfalls können den Garagenhof verlassen. Später trifft man sich auf der Polizeiwache wieder, wohin alle unabhängig voneinander gefahren sind.

Richter Langer geht davon aus, dass der jetzt Angeklagte am Steuer des SUV saß und die Tat begangen hat. Gegen den 31-Jährigen spricht, dass ihn die Frau aus dem anderen Auto vor Gericht eindeutig als Täter identifiziert hat. Erkannt haben will sie ihn auch an der Stimme. "Die Stimme werde ich nie vergessen‘‘, so die Zeugin.

Gegen den Angeklagten spricht nach Überzeugung Langers außerdem, dass die Frau von der Tanke seine Freundin ist. „Wer sonst sollte sie rächen wollen?“ Vor Gericht hatte die Freundin sinngemäß erklärt, dass das andere Auto sie nach der Szene an der Jahnstraße verfolgt und abgedrängt habe, wobei sogar eine Felge an ihrem Fahrzeug beschädigt worden sei. Von unterwegs will sie deshalb ihren Freund angerufen haben. An der Leineweberstraße soll dann jedoch nicht der Angeklagte aufgetaucht sein, sondern quasi aus heiterem Himmel ein unbekannter Dritter mit südländischem Aussehen, der wutentbrannt auf das andere Auto zugelaufen sei.

Dies stimmt insofern mit der Version des Angeklagten überein, als der 31-Jährige behauptet hatte, zur fraglichen Zeit überhaupt nicht am Tatort gewesen zu sein. Richter Simon Langer glaubt davon jedoch kein Wort. ly