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Stadthagen Stadt Mann springt vor ICE ins Gleisbett
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Mann springt vor ICE ins Gleisbett
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09:41 25.05.2018
Polizei und Rettungskräfte sperren den Einsatzbereich am Bahnhof ab.
Polizei und Rettungskräfte sperren den Einsatzbereich am Bahnhof ab. Quelle: rg
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Stadthagen

Mehrere Stunden lang ist der Bahnhof in Stadthagen am Donnerstagabend gesperrt gewesen. Ein Mann hatte sich gegen 18.50 Uhr vor den Augen anderer wartender Fahrgäste vor einen durchfahrenden ICE ins Gleisbett gestellt. Er wurde von dem schätzungsweise 150 Stundenkilometer fahrenden Zug erfasst und war auf der Stelle tot.

Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr rückten aus, auch ein Notfallmanager der Bahn war vor Ort. Wartende Fahrgäste hatten den Suizid vom Bahnsteig aus beobachtet. Ein Seelsorger war ebenfalls einsatzbereit, wurde aber laut Polizei von den Zeugen nicht in Anspruch genommen.

500 Fahrgäste müssen in ICE ausharren

Nach Angaben der Polizei saßen etwa 500 Fahrgäste in dem ICE, der etliche Hundert Meter außerhalb des Bahnhofes zum Stehen kam, stundenlang fest. Es kam zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen auf der Strecke Minden-Hannover. Auch auf anderen Bahnhöfen an der Strecke mussten die Fahrgäste ausharren.

Nachdem die Feuerwehr die Spuren des Suizides am Bahnsteig und am ICE beseitigt hatte, konnte der Zug weiterfahren. Der Lokführer wurde, wie bei solchen Vorfällen üblich von einem Kollegen abgelöst. Der Mann, der sich vor den durchfahrenden ICE gestellt hatte, konnte den Beamten zufolge anhand von Ausweispapieren vor Ort identifiziert werden. tbh

In eigener Sache

Zum Schutz der betroffenen Familien und um Nachahm-Effekte zu verhindern, berichten wir normalerweise nicht über Suizide, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wie in diesem Fall, bei dem sich das Geschehen in der Öffentlichkeit abgespielt und zu erheblichen Beeinträchtigen des Zugverkehrs geführt hat.

Wer unter Depressionen oder Selbstmordgedanken leidet, bekommt Hilfe von der Telefonseelsorge. Diese ist erreichbar unter der Telefonnummer (08 00) 111-0-111 und (08 00) 111-0-222 sowie im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei.