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Stadthagen Stadt Mehr Taschenrechner als Touchscreen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Mehr Taschenrechner als Touchscreen
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18:12 03.05.2017
Die Tablets sind in den Klassemzimmern auf dem Vormarsch. Doch die Stadthäger Schulen wollen auf Bewährtes nicht verzichten. Quelle: Symbolfoto (dpa)
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STADTHAGEN

Nach einhelliger Meinung der Schulleiter könnten mobile Endgeräte mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen sinnvolle Werkzeuge sein. So ist die Leistung grafikfähiger Taschenrechner mitunter schon als gleichwertige Mobil-App verfügbar. Bislang müssen die Schüler vor Prüfungen noch an allen Lehranstalten ihre Smartphones herausrücken, damit niemand schummelt.

Tablet für den „Nachteilsausgleich“

Für den „Nachteilsausgleich“ sei das Tablet bei Klassenarbeiten bisher schon am Wilhelm-Busch-Gymnasium auf den Tisch gekommen. „Vereinzelt haben wir es bei Schülern mit Legasthenie eingesetzt. Bei einer Sehnenscheidenentzündung darf die Arbeit auch am PC getippt werden“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Daniel Francke. Überlegungen für Tabletklassen an der Schule habe es zwar schon vor drei Jahren gegeben, Anschaffungs- und Wartungskosten seien dafür aber zu hoch.

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Für die Abiklausuren hält Francke Taschenrechner und Wörterbuch für ausreichend. Nur mit einem ausgearbeiteten Konzept würde der stellvertretende Schulleiter flächendeckend auf Tablets im Klassenraum setzen.

Mehr Lehrpersonal und kleinere Klassen

Immerhin ein vollausgestatteter Tabletraum steht am Ratsgymnasium schon zur Verfügung, vereinzelt dürfen die Schüler dort im Unterricht auch mit dem eigenen Smartphone recherchieren. Für Schulleiterin Angelika Hasemann ist mehr digitale Technik im Schulalltag nicht die drängende Frage: „Der Landkreis stattet uns mit Smartboards und Touchscreens gut aus. Was wir für eine bessere Unterrichtssituation viel eher brauchen, ist mehr Lehrpersonal und kleinere Klassen.“ Grundsätzlich will sich die Schulleiterin jedoch flexibel auf die Ausweitung einstellen und und wartet auf entsprechende Order aus dem Kultusministerium.

An der IGS werden die Schüler des neunten Jahrgangs bald in den Genuss des neuen WLANs mit individuellen Zugangsdaten kommen. „Bestimmte Seiten, wie Facebook oder Chats, werden gesperrt und die Lehrer können entscheiden, wann die Schüler während des Unterrichts online recherchieren dürfen“, erklärt Schulleitern Astrid Budwach. Der IGS-Förderverein werde demnächst zehn Tablets beisteuern. „Grundsätzlich sollte es durch die technischen Hilfsmittel schon einen Mehrwert geben, wie zum Beispiel interaktive Links. Sonst darf Schule auch durchaus ein Gegenpol zu Digitalisierung sein“, findet Direktorin Budwach.

Auch Friedrich Lenz von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft begrüßt die Digitalisierung in den Schulen und sieht aus eigener Erfahrung die USA in der Frage vorne: „Dort hat sich der Ansatz bewährt und Korrekturen werden bereits vorgenommen.“ geb