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Stadthagen Stadt Nachruf auf Richard Wilmers: Streiter für mehr Bildungsgerechtigkeit
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Nachruf auf Richard Wilmers: Streiter für mehr Bildungsgerechtigkeit
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10:37 04.12.2019
Richard Wilmers ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Quelle: Privat
Stadthagen

Wilmers wurde in einem kleinen Dorf bei Cloppenburg als achtes und jüngstes Kind eines Landwirt-Ehepaars geboren. Als Erster in seiner Familie konnte er studieren. Diese Erfahrung machte den späteren Lehrer Wilmers zu einem äußerst engagierten Verfechter von mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem.

Gründervater der IGS in Stadthagen

1971 nach Schaumburg gekommen, kämpfte er vor allem in seiner Zeit als Konrektor der Orientierungsstufe in Bad Nenndorf zusammen mit Mitstreitern für die Einrichtung einer IGS in Schaumburg. Dieser teils von heftigen Auseinandersetzungen und Widerständen gekennzeichnete Einsatz führte 1991 zum Erfolg.

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Wilmers wird zu Recht als einer der „Gründerväter“ der IGS in Stadthagen bezeichnet, deren Direktor er von Anfang an bis zu seiner Pensionierung war. Über die Grenzen Stadthagens hinaus bekannt wurde der Pädagoge als niedersächsischer Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (1989 bis 1997).

Seit 1986 Rat, Bürgermeister-Kandidat und WIR-Gründer

Anfang der siebziger Jahre in die SPD eingetreten, wurde Wilmers 1986 in den Stadthäger Rat gewählt, dem er ununterbrochen bis zuletzt angehörte. Hier arbeitete er im Laufe der Jahre in fast allen Ausschüssen mit. 1998 wurde der dem linken SPD-Flügel zugerechnete Wilmers von seiner Partei als Bürgermeisterkandidat nominiert. Die Wahl verlor er gegen den parteilosen Jürgen Hoffmann, der kurz zuvor aus der SPD ausgetreten war.

2001 in den Kreistag gewählt, verließ Wilmers wenig später die SPD wegen Unstimmigkeiten über die Einführung weiterer Gesamtschulen in Schaumburg. Drei Jahre später gründete er die Wählerinitiativen „WIR in Stadthagen“ und „WIR in Schaumburg“, für die er seitdem bis zuletzt jeweils als Sprecher im Rat und im Kreistag saß.

Auch hier engagierte sich Wilmers unter anderem stark bildungspolitisch: Er setzte sich beispielsweise für bessere Bedingungen in Kitas, für eine gute Betreuung an Ganztagsschulen und für eine zweite IGS-Oberstufe ein. Sein Stil war stets durch konsequentes Eintreten für seine Überzeugungen und große Fairness gekennzeichnet. von Stefan Rothe

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