Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Nasse Wände: 30.000 Euro Schaden im neuen Stadthäger Bahnhofshotel
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Nasse Wände: 30.000 Euro Schaden im neuen Stadthäger Bahnhofshotel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:35 14.10.2019
Erst vor Kurzem wurde das Bahnhofshotel in Stadthagen saniert und durch einen Neubau erweitert. Nun gibt es dort einen Wasserschaden. Quelle: Archiv, Roger Grabowski
Stadthagen

Sechs Wohnungen im eben erst fertiggestellten Bahnhofshotel beziehungsweise dem dort zusätzlich entstandenen Neubau sind von einem massiven Wasserschaden betroffen. Entsprechende Informationen dieser Zeitung hat die Kreiswohnungsbaugesellschaft bestätigt. Ein Gutachter schätzt die Kosten dafür demnach auf 30.000 Euro.

Mindestens zwei der betroffenen Mieter fühlen sich schlecht informiert, sie schlafen auf Sofas von Freunden und Bekannten.

Kaputte Toilette löst den Schaden aus

Ursprung für den Schaden ist nach Angaben von Wohnbau-Geschäftsführer Heinz-Helmut Steege ein kaputter Toilettenspülkasten. „Das wurde leider nicht sofort erkannt.“ Demnach lief der Kasten ständig, bis er als Ursache für Feuchtigkeit zwischen den Wänden erkannt wurde. Der Schaden gehe nicht zulasten der Wohnbau, die Versicherung zahle.

Wir leben seit Mitte September aus dem Koffer.

Anonymer Mieter , Bahnhofshotel

Ein junges Paar, das anonym bleiben möchte, hat derweil seine am 1. September bezogene Wohnung keine zwei Wochen später wieder verlassen. Fotos der beiden zeigen den Grund: Das Innere der Wohnung sieht aus wie eine Baustelle, eine große Trocknungsmaschine mache Lärm, sagt das Paar.

Das gerade erst fertiggestellte Bahnhofshotel sieht nach dem Wasserschaden schon wieder aus wie eine Baustelle. (Foto: Stefan Rothe)

Geschlafen werde heute hier, morgen dort. „Wir leben seit Mitte September aus dem Koffer“, erklärt der junge Mann.

So geht es den anderen Mietern im Bahnhofshotel

Niemand, sagt derweil Wohnbau-Chef Steege, habe zwingend ausziehen müssen. Die Trocknungsmaschine könnte nachts ausgestellt werden.

Mehr zum Bahnhofshotel

Tatsächlich seien die anderen Wohnungen noch belegt, erklärt das Paar. In den meisten Fällen hätten die Betroffenen keine Hausratversicherung. Eine ältere Dame, Fast-Rentnerin, alleinstehend, habe das als Grund angegeben. „Ansonsten wäre sie auch draußen“, sagt der Stadthäger.

„Die geht nervlich im Moment auf dem Zahnfleisch.“ Ebenfalls wohne dort ein asiatisches Paar. „Keiner weiß recht, was mit denen ist.“

Mit Pfützen vor der Wohnungstür ging es los

Gezeigt habe sich das Problem zunächst an Pfützen vor den Wohnungstüren.

Noch ärgerlicher als der Schaden an sich sei aber der Umgang der Kreiswohnungsbaugesellschaft mit den betroffenen Mietern gewesen. Es habe entweder gar keine Informationen gegeben oder aus dem Nichts hätten „zwölf Leute im Wohnzimmer gestanden“, erklärt der Mann.

Gelerie: So sah das Bahnhofshotel vor dem Umbau aus

Er fügt hinzu: „Dann hatten wir noch das Gefühl, uns entschuldigen zu müssen, dass wir nicht zwischen Glaswolle und Dreck schlafen wollen.“

In Abhängigkeit vom Umfang der Schäden und davon, ob sich das Problem mit dem Austausch des Spülkastens wirklich erledigt hat, rechnet das Paar mit einem Wiedereinzug Mitte November, schlimmstenfalls aber auch erst im Januar.

Miete bis zum Wiedereinzug entfällt

Wenigstens habe die Kreiswohnbau einer hundertprozentigen Mietminderung zugestimmt – stillschweigend, das Geld sei ohne weitere Erklärung einfach nicht abgebucht worden.

Geschäftsführer Steege zufolge ist das Problem „bereits wieder so gut wie durch“. Bewohnbar seien die Räume die ganze Zeit gewesen.

Das Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Bahnhofshotel hatte jahrelang leer gestanden. Die Kreiswohnbau kaufte das Gebäude 2014 und entkernte es für Wohnungen, die historische Fassade blieb erhalten. Zusätzlich entstand ein Neubau, in dem es jetzt zu dem Wasserschaden gekommen ist. von Jan-Christoph Prüfer

Zum Weiterlesen:
Vergangener Glanz - Die Historie des Bahnhofshotels als Bildergeschichte