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Stadthagen Stadt Nach Missbrauchsvorwürfen: Psychologen betreuen Schüler
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Nach Missbrauchsvorwürfen: Psychologen betreuen Schüler
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00:23 09.06.2019
Der Stadthäger Lehrer soll sein eigenes Kind missbraucht und im großen Stil Kinderpornografie besessen haben. Quelle: Symbolfoto, Patrick Pleul/dpa
Stadthagen

Wie die zuständige Landesschulbehörde in Lüneburg mitteilt, wurde die Schule von der Polizei über das Ermittlungsverfahren informiert. Diese wiederum setzte die übergeordnete Behörde in Kenntnis.

Lehrer festgenommen: So wurde das Kollegium informiert

Am 28. Mai wurde der Familienvater festgenommen. Dem Kollegium wurde mitgeteilt, dass der Lehrer „dienstlich nicht zur Verfügung steht“, teilt Bianca Schöneich von der Landesschulbehörde auf Anfrage mit.

Mehr zum Thema:
Stadthäger Lehrer soll eigenes Kind sexuell missbraucht haben

Neben dem Ermittlungsverfahren von Polizei und Staatsanwaltschaft prüft die Behörde derzeit, dienstrechtliche Schritte gegen den Pädagogen einzuleiten.

Landesschulbehörde kennt kaum vergleichbaren Fälle

Generell sieht Schöneich keine Handhabe, solche Straftaten im Vorfeld zu verhindern. „Wenn Dinge im Privaten stattfinden, können wir nichts machen.“ Verbrechen wie diese – sollten sie sich im Falle des Stadthäger Lehrers bewahrheiten – kämen „nicht häufig“ vor.

Die Landesschulbehörde führe keine Statistik, aber Ermittlungen wie diese seien „sehr selten“, führt die Pressesprecherin weiter aus.

Nachricht macht die Runde: Das sagen Schüler und Eltern

Nach der Berichterstattung über die schwerwiegenden Vorwürfe gegen den Pädagogen war der Fall das Thema an der Einrichtung. Whatsapp-Gruppen von Schülern und Lehrern liefen heiß. Ein Vater berichtet davon, dass sein Sohn „geschockt und traurig“ sei.

„Der Lehrer war sehr beliebt“, sagt der Vater. Der Beschuldigte habe sich immer freundlich verhalten, sei locker und positiv eingestellt gewesen.

Auch in einigen Klassen kam das Thema auf den Tisch

Auch Schöneich berichtet: „In einigen Klassen wurde über das Thema gesprochen.“ Einige Lehrer und auch Schüler seien „verunsichert“ worden ob der Nachrichten aus ihrer Schule. „Der Schulleiter steht zudem in Kontakt mit dem Schultelternrat und ist jederzeit ansprechbar.“

Wie berichtet, waren Fahnder in den USA bei ihren weltweiten Ermittlungen gegen Kinderporno-Ringe im Internet auf den Pädagogen gestoßen. Sie informierten erst die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt und diese wiederum die für die Bekämpfung von Kinderpornografie zuständige Staatsanwaltschaft Hannover.

So kamen die Ermittler dem Lehrer auf die Spur

Im Zuge der Auswertungen stießen Beamte auf ein Foto von 2015, das den mutmaßlichen Missbrauch zeigt. Nach Informationen dieser Zeitung soll es sich bei dem Opfer um den zweijährigen Sohn handeln.

Der 36-Jährige wurde daraufhin außerhalb seines Arbeitsplatzes festgenommen. Das Verfahren wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs betreut die Staatsanwaltschaft Bückeburg.

Auch außerhalb der Schule war der 36-Jährige offenbar beliebt und ehrenamtlich engagiert. Schon vor Jahren gründete er mehrere Kinderchöre in Kirchengemeinden. Bis zuletzt war er dem Vernehmen nach noch in einer Gemeinde aktiv.

Staatsanwaltschaft geht von einmaligem Übergriff aus

Bislang geht die zuständige Staatsanwaltschaft in Bückeburg nicht davon aus, dass es – außer dem mutmaßlichen sexuellen Übergriff auf sein Kleinkind im Jahr 2015 – zu weiteren Taten außerhalb des familiären Umfeldes kam. Doch die polizeilichen Auswertungen des sichergestellten Materials aus Computern des Pädagogen dauern an.

Wie Schöneich mitteilt, werden voraussichtlich auch am Freitag wieder Psychologen in der weiterführenden Schule vor Ort sein, um mit Schülern und Lehrern zu sprechen.

von Verena Gehring

In eigener Sache

Aus Gründen des Opferschutzes verzichtet unsere Redaktion bewusst darauf, alle im Fall bekannten Details zu veröffentlichen. Dies gilt vor allem für die persönlichen Lebensumstände der Familie des Beschuldigten, aber auch für Einzelheiten zur betroffenen Schule.