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Stadthagen Stadt Neues Hospiz in Stadthagen: Baumbestand im Park erhalten?
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Neues Hospiz in Stadthagen: Baumbestand im Park erhalten?
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23:32 12.11.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Stadthagen

In dem „konstruktiven Austausch“ Anfang dieser Woche hätten die Vertreter der Stiftung von der Stadt bezüglich des geplanten Standortes „nichts grundsätzlich Entgegenstehendes vernommen“, wie Axel Rinne, Vorsitzender der Stiftung, auf Anfrage berichtet. Allerdings seien auch „klare Erwartungen“ geäußert worden, fährt Rinne fort. Diese beträfen vor allem den Baumbestand sowie die Erhaltung des öffentlichen Weges durch das Gelände. „Diese Erwartungen nehmen wir gerne auf“, versichert Rinne. Im Sommer hatten sich, wie berichtet, die Stadthäger Grünen gegen den Standort im Park ausgesprochen, weil dort durch das Projekt zu viele große Bäume gefällt werden müssten.

Rinne betont, dass die Stiftung selber „ein großes Eigeninteresse am Erhalt von möglichst vielen Bäumen hat“. Denn man wolle den Bewohnern des Hospizes in deren letztem Lebensabschnitt ein möglichst schönes Naturerlebnis bieten, so Rinne. Daher habe der Architekt den Auftrag bekommen, das Hospiz-Gebäude so zu planen, „dass so viele Bäume wie es irgend geht stehen bleiben“. Auch am Erhalt des öffentliches Weges habe die Stiftung ein starkes Interesse, „weil unsere Einrichtung ganz bewusst mitten im Leben stehen soll“.

Baupläne sollen verfeinert werden

Mit der Stadtverwaltung sei ein zweites Gespräch noch in diesem Jahr vereinbart worden, berichtet Rinne weiter. Bis dahin sollen die bisher erstellten Baupläne verfeinert werden, um sie dem Bauamt dann zur weiteren Abstimmung vorzustellen. Ziel sei es, dass die Stiftung das Projekt anschließend im zuständigen Ratsausschuss vorstellen kann. Dafür sei allerdings noch kein Termin festgesetzt worden.

Rinne bekräftigt, dass die Stiftung weiterhin ganz auf den Standort im Park an der Büschingstraße setzt: „Wir sehen dazu im Moment keine Alternative.“ Es sei auch von anderer Seite bislang kein Alternativstandort benannt worden, ergänzt Rinne, weder von der Stadt noch von den Grünen. Der Park verbinde viele Vorteile: Neben der Natur seien das benachbarte Pflegeeinrichtungen und Ärzte, eine kurze Verbindung zur Altstadt, eine gute Erreichbarkeit und eine zentrale Lage.

„Wir sind dankbar, dass es aus der Politik grundsätzlich positive Äußerungen für ein Hospiz gegeben hat.“

Axel Rinne , Vorsitzender der Stiftung Bethel

Zum geeigneten Zeitpunkt will die Stiftung auch das Gespräch mit den Ratsfraktionen suchen. „Wir sind auf deren Unterstützung und auf die der gesellschaftlichen Gruppen angewiesen“, sagt der Stiftungs-Vorsitzende: „Wir sind dankbar, dass es aus der Politik grundsätzlich positive Äußerungen für ein Hospiz gegeben hat.“ Getroffen hätten sich Vertreter der Stiftung schon mit Nachbarn des Parks. „Das Gespräch war teilweise kontrovers, aber auf jeden Fall konstruktiv“, merkt Rinne an. Die Anwohner hätten trotz einzelner Vorbehalte grundsätzlich die Notwendigkeit eines Hospizes anerkannt.

Verzögerung wegen Abriss und Wechsel im Vorstand

Eigentlich hatte die Stiftung schon in diesem Herbst fertige Pläne öffentlich vorlegen wollen, räumt Stiftungs-Berater Bernd Hellmann ein. Das sei durch mehrere Gründe etwas verzögert worden. Der Abriss des Krankenhauses Bethel in Bückeburg habe die Kräfte der Stiftung länger gebunden als geplant. Zudem habe der Wechsel im Vorsitzenden-Amt und die Suche nach einem geeigneten Architekten länger gedauert. Doch jetzt habe die Stiftung Gelegenheit, sich mit voller Kraft dem Hospiz-Projekt zu widmen. „Man wünscht sich das immer schneller“, fügt Rinne hinzu, „aber eine sehr sorgfältige Planung und Vorbereitung geht vor Eile.“

Von Stefan Rothe