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Stadthagen Stadt „Nicht in unbewachte Gewässer steigen“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt „Nicht in unbewachte Gewässer steigen“
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16:53 31.07.2018
Die DLRG warnt vor Sprüngen in unbekannte Gewässer.
Die DLRG warnt vor Sprüngen in unbekannte Gewässer. Quelle: dpa
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Stadthagen

 Dies sei die wichtigste Regel, die man beim Schwimmspaß in Badeseen und anderen freien Gewässern unbedingt berücksichtigen sollte, betont Böhlke.

Nach Angaben der DLRG sind bundesweit in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 279 Menschen ertrunken, 37 mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Zwar hat es im Stadthäger Raum in letzter Zeit glücklicherweise keinen gravierenden Badeunfall gegeben, doch im benachbarten Westen der Region Hannover wurden in den vergangenen Wochen in Seen und Kanälen mehrere Badeunfälle mit tödlichem Ausgang verzeichnet.

Eine Ursache dieser vermehrten Vorfälle ist laut Böhlke ganz einfach „das Gesetz der großen Zahl“. Wegen der lang anhaltenden Hitze würden viel mehr Menschen baden gehen, demzufolge steige zwangsläufig auch die Zahl der Unfälle. Deren Hauptursache sieht der Stadthäger DLRG-Chef eindeutig darin, „dass die Betroffenen in unbewachte Gewässer gestiegen sind“. Dies solle man auf jeden Fall unterlassen. Weitere Ursachen lägen laut Böhlke in der „Selbstüberschätzung der eigenen Kräfte“ und in der Tatsache, dass Betroffene durch die extrem hohen Wärmegrade „mit stark überhitztem Körper ins kalte Wasser gehen“.

Immer mehr Nichtschwimmer

Einen weiteren Grund für die steigende Zahl von Badeunfällen erkennt Böhlke darin, dass es immer mehr Nichtschwimmer und Menschen mit unzureichenden Schwimmfähigkeiten gebe. Die Zahl der Schwimmbäder nehme ab, ebenso die zur Verfügung stehenden Trainingszeiten für das Schwimmenlernen und die Zahl der ehrenamtlichen Kräfte in den Schwimmsport treibenden Vereinen. Auch beim hiesigen DLRG sei die Warteliste für Kurse zum Schwimmenlernen lang, berichtet der Vorsitzende. „Die Grundschulen alleine können das nicht ausreichend leisten“, meint Böhlke, dazu sei die vorgesehene Stundenzahl zu knapp. Stadthagen sei durch das Tropicana grundsätzlich vergleichsweise gut aufgestellt, „da hier Schwimmsport zumindest ganzjährig möglich ist“.

Neben dem Hinweis, nicht in unbewachte Gewässer zu gehen, hat Böhlke weitere Regeln für Badelustige parat: Generell solle man nicht in Gewässer springen, schon gar nicht per Kopfsprung, weil man nie genau wisse, wie der Untergrund aussieht. Ebenso sei zu raten, nie alleine baden zu gehen. Wichtig sei, nicht überhitzt ins Wasser zu gehen, sondern den Körper langsam abzukühlen. Alkoholkonsum sei ebenso zu vermeiden wie Leichtsinn und Risikobereitschaft. Nichtschwimmer sollten höchstens bis zur Brust ins Wasser gehen. Luftmatratzen, aufblasbare Badeboote und Gummitiere böten für diese keine Sicherheit. ssr