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Stadthagen Stadt Pöbelei gegen Polizei
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Pöbelei gegen Polizei
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00:18 27.02.2019
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Stadthagen

Polizei, Zoll und ein Mitarbeiter des Landkreises haben Freitagabend zwei Shisha-Bars in der Innenstadt kontrolliert. Dabei stießen die Beamten auf unversteuerten Tabak sowie fünf Schwarzarbeiter. Bei den Maßnahmen hatten die Einsatzkräfte einmal mehr mit Respektlosigkeit und aggressivem Verhalten zu kämpfen. Gleiches Bild ein paar Stunden zuvor bei der Massenschlägerei in der Innenstadt.
Behördensprecher Axel Bergmann kritisiert das Verhalten gegenüber den Beamten auf schärfste. „Wir erwarten, dass den polizeilichen Maßnahmen nachgekommen wird – egal, aus welchem Kulturkreis die Betroffenen stammen.“ Damit spielt er die chaotischen Szenen auf der Obernstraße an, die sich Freitagabend ereignet haben. Wie berichtet, war es gleich zu zwei Massenschlägerei zwischen Jugendlichen an der Obernstraße gekommen.
Dem Vernehmen nach waren etwa 30 Personen beteiligt. Vier junge Männer wurden dabei verletzt, sie mussten teilweise ins Krankenhaus. Gegen neun Jugendliche erstattet die Polizei Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Unter anderem war auch ein Schlagring im Spiel – ein verbotener Gegenstand. Er wurde beschlagnahmt, konnte aber keinem der Beteiligten zugeordnet werden.
Der Streit entbrannte, nachdem eine Gruppe Asylbewerber und mehrere Jugendliche mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 16 und 18 Jahren gegen 19 Uhr im Jugendtreff des Kulturzentrums Alte Polizei an der Obernstraße zufällig aufeinandergetroffen waren. Dort soll einer der Jugendlichen nach eigenen Aussagen mit einem der Beteiligten aus der Gruppe der Flüchtlinge wegen eines Vorfalls an Silvester aneinandergeraten sein. Woraufhin auch die anderen Jugendlichen aus beiden Lagern schließlich aufeinander losgingen. Die Polizei musste einschreiten und erteilte allen Beteiligten einen Platzverweis für die Innenstadt.
Doch damit nicht genug: Als einer der Jugendlichen von seinem älteren Bruder abgeholt wurde, trafen diese nach Angaben der Beamten an der Obernstraße erneut auf die Gruppe der Asylbewerber. Als der Bruder den Vorfall klären wollte, sei die Situation eskaliert. Erneut flogen die Fäuste. Die Polizei musste abermals mit mehreren Streifenwagen ausrücken. Hauptschauort des Ganzen war die Obernstraße. Gäste der gastronomischen Einrichtung trauten ihren Augen kaum. Als die Gruppen auf einmal aufeinander losgingen. Jungen liefen mit zerfetzter Kleidung herum, auf dem Boden überall blutige Taschentücher.

Hohe Polizeipräsenz

Gegen 21 Uhr habe sich die Lage dann beruhigt. Um zu verhindern, dass die Gruppen ein drittes Mal aufeinandertreffen, zeigten die Beamten weiterhin erhöhte Präsenz. Insgesamt waren sieben Streifenwagen aus dem Bereich Schaumburg sowie Nienburg im Einsatz.
Kurz nachdem diese Lage beruhigt war, ging es für die Beamten zur geplanten Shisha-Kontrolle. Auch dort waren Polizei und Zoll nicht gerne gesehen. Die insgesamt elf Mitarbeiter des Zolls, fünf Beamte der Polizei sowie der Landkreismitarbeiter erlebten während der Kontrollmaßnahmen sehr unterschiedliche Situationen, teilt Sprecher Bergmann mit. „In der einen Bar verhielten sich die etwa 20 anwesenden Personen sehr freundlich und kooperativ, während sich die 25 Personen in der anderen Bar auffallend respektlos und aggressiv den eingesetzten Kräften gegenüber verhielten.“
Grund für die Kontrolle war eine Gefahreneinschätzung, die die Beamten von der Maßnahme gewinnen wollten. Diese sei für möglicherweise zukünftig erforderlichen Einsätzen notwendig gewesen. Dass diese nicht ausgeschlossen werden können, zeigte die brandschutztechnische Überprüfung der Räumlichkeiten. Die einschlägigen Bestimmungen waren in beiden Shisha-Bars nicht eingehalten worden. In beiden Räumen wurden bei Luftmessungen erhöhte CO-Werte gemessen, die die erlaubten Werte zum Teil erheblich überstiegen.
Der Zoll beschlagnahmte in beiden Örtlichkeiten insgesamt mehr als 38 Kilogramm unversteuerten Tabaks. In fünf Fällen arbeiteten Personen dort, die nicht angemeldet waren, oder aber es stimmten die Arbeitszeitaufzeichnungen nicht, teilt Bergmann mit. Eine Person wurde von der Polizei festgenommen, da sie zur in Gewahrsamnahme ausgeschrieben war. Gegen 1 Uhr war der Einsatz beendet. vin, tbh