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Stadthagen Stadt Polizei weist Rechnungen von Kreis und DRK zurück
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Polizei weist Rechnungen von Kreis und DRK zurück
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00:21 29.03.2019
Wegen einer Bombendrohung musste die Festhalle während einer Hochzeitsfeier evakuiert werden.
Wegen einer Bombendrohung musste die Festhalle während einer Hochzeitsfeier evakuiert werden. Quelle: Archiv
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Wie berichtet, mussten im April 2018 etwa 900 Gäste einer türkischen Hochzeit nach einer Bombendrohung außerhalb der Festhalle versorgt werden. Die Einsatzkräfte eskortierten die Gesellschaft anschließend in die Kreissporthalle. Dort allerdings wurde aus einer kurzzeitigen Evakuierung ein Fortführen der Feier bis 2.30 Uhr.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hatte eine Rechnung über 1665 Euro gestellt und diese an die Polizei geschickt. Darin enthalten waren Getränkekosten für die Hochzeitsgäste, Ausgaben für Toilettenpapier und Personalaufwand. Auch der Landkreis hatte seine Ausgaben – wie Hallenreinigung, Mitarbeiter und Müllabfuhr – summiert und von der Behörde 1500 Euro verlangt. Beide Forderungen lagen – wie berichtet – seit August 2018 zur Prüfung im Fachdezernat der Polizeidirektion Göttingen. Wie Polizeisprecher Axel Bergmann auf Anfrage mitteilt, hat diese ergeben, dass „die Polizei nicht zur Zahlung der Rechnung verpflichtet ist“. Über den Inhalt der Begründung will Bergmann nichts sagen. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das laufende Verfahren. Die Antwortschreiben seien den beiden Absendern bereits zugestellt.

Ball liegt beim Absender

Wie es nun weitergeht, ist unklar. „Für uns ist die Sache damit abgeschlossen“, betont Bergmann. Der Ball liege nun im Feld der beiden Absender. Für das DRK ist es die zweite Absage. Bevor der Verband seine Kosten der Polizei in Rechnung gestellt hatte, schickten sie bereits eine an den Landkreis. Aber auch diese Verwaltung lehnte eine Zahlung mit Hinweis auf Nicht-Zuständigkeit ab.

Nun können die beiden Rechnungssteller die Entscheidung der Polizei akzeptieren oder aber anfechten. Dann würde es wohl zu einer weiteren Prüfung in Göttingen kommen.

Sollten DRK und Kreisverwaltung die Absage akzeptieren, müsste ein anderer Verursacher ermittelt werden. Es war bereits in der Vergangenheit die Stadtverwaltung im Gespräch. Möglicherweise würde diese als Gefahrenabwehrbehörde eingestuft werden können. Dann könnte es schlussendlich zu dem bitteren Ergebnis kommen, dass die Stadt für einen Einsatz zahlt, bei dem noch nicht mal ein Mitarbeiter vor Ort war.

Von Verena Gehring