Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt PreZero-Großbrand: So geht es jetzt am Georgschacht weiter
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt PreZero-Großbrand: So geht es jetzt am Georgschacht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:02 24.10.2019
Rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und DRK waren bei dem Großbrand am Georgschacht Stadthagen bei PreZero vor Ort. Quelle: Roger Grabowski
Stadthagen

Wenig Schlaf hat ein Großteil der Einsatzkräfte, die am Mittwochabend zum Georgschacht alarmiert worden waren, in der Nacht zu Donnerstag bekommen. Rund um die Uhr waren ehrenamtliche Feuerwehrkräfte vor Ort, um den Großbrand in den Hallen des Entsorgungsunternehmens PreZero unter Kontrolle zu bringen. Am Donnerstag ging der Einsatz weiter.

Hallen brennen bis auf die Grundmauern nieder

Gegen 18.30 Uhr hatte die Brandmeldeanlage in der Halle ausgelöst. Insgesamt 300 Kräfte der Feuerwehren, der Polizei und des DRK waren im Einsatz.

Mehr zum Thema:
Großbrand bei PreZero am Georgschacht in Stadthagen

Beim Eintreffen der Wehren hatten die Flammen bereits aufs Dach übergriffen, die Hallen brannten bis auf die Grundmauern nieder. Am Morgen waren noch Feuerwehrleute aus Stadthagen, Enzen und Obernwöhren an der Einsatzstelle.

Gesamte Halle wird mit Schaum geflutet

Wie Stadtfeuerwehrsprecher Sönke Fischer erklärt, ist am Donnerstag um 10 Uhr bei einer Einsatzbesprechung entschieden worden, die gesamte 3000 Quadratmeter große Halle mit Schaum zu fluten. Durch die Oberflächenstruktur des Schaumes dringe dieser in jede Ritze, sodass weitere Glutnester ausgeschlossen werden könnten.

Video: Feuerwehrsprecher Sönke Fischer erklärt die Lage vor Ort

Dazu sei nicht nur viel Schaummittel nötig, sondern „auch jede Menge Manpower“, weshalb die Zahl der Einsatzkräfte wieder erhöht werden müsse. Für die Brandwache im Anschluss sei dann nur noch eine Ortswehr mit einem Fahrzeug nötig.

So reagiert PreZero auf den Großbrand

Boris Ziegler, Pressesprecher des Unternehmens PreZero, ehemals Tönsmeier, war am Mittwoch nur eine halbe Stunde, nachdem die Brandmeldeanlage ausgelöst hatte, vor Ort. Am Donnerstagmorgen bat er um Verständnis, noch „keine seriösen Angaben zur Schadenshöhe“ machen zu können.

Lesen Sie auch:
PreZero-Großbrand: Darum wurde die Warnung für Anwohner zurückgezogen

Wie Polizei und Feuerwehr ihm bestätigt hätten, sei auch zur Brandursache noch nichts bekannt: „Ich bin selbst gespannt, was die Gutachter sagen werden.“

Nach der Freigabe des Geländes durch die Feuerwehr im Anschluss an die Brandwache werde sukzessive mit den Aufräumarbeiten begonnen. „Und dann sind die Sachverständigen und Gutachter am Zug. Die Fachleute müssen beurteilen, ob die Gebäude noch zu retten sind oder ein Totalschaden besteht“, so Ziegler.

50 Tonnen Papier und 40 Tonnen Kunstoff verbrannt

Der Sprecher betont jedoch, dass das Unternehmen an dem Standort als Logistikplattform festhalten wolle. PreZero nutzt das Gelände und das aus vier Hallen bestehende Ensemble nach Angaben des Pressesprechers als Umschlagplatz, an dem Material zusammengefahren werde.

Galerie: Fotos vom Großbrand bei PreZero

Am Mittwochabend seien 50 Tonnen Papier und 40 Tonnen Kunststoff verbrannt. Die Müllabfuhr am gestrigen Tag war durch den Brand nicht beeinträchtigt worden, wie Ziegler sagt. „Wir haben ja in Porta Westfalica einen großen Standort, den wir jetzt als Ausweichstelle anfahren.“

Die Fahrzeuge seien noch am Mittwochabend vom Gelände gefahren worden und die Disposition habe im Laufe des Donnerstagmorgens die neue Planung gemacht.

Keine Auswirkungen auf Verwaltungsgebäude und Kohlenkirche

PreZero hat auf dem Georgschacht-Gelände noch ein Verwaltungsgebäude, dies sei jedoch von dem Feuer nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch das Bergbau-Ensemble rund um die Kohlenkirche ist meterweit vom Brandort entfernt. Mitarbeiter seien zum Zeitpunkt der Alarmierung nicht mehr auf dem Gelände gewesen.

Ich hatte jederzeit den Eindruck, dass die Feuerwehr die Lage im Griff hatte.

Boris Ziegler , PreZero-Pressesprecher

„Ich bin sehr froh, dass es keine Verletzten gegeben hat“, so Ziegler, der sich bei den über 300 Einsatzkräften vor Ort bedankt, die alle ausschließlich ehrenamtlich ihren Dienst getan haben. „Ich hatte jederzeit den Eindruck, dass die Feuerwehr die Lage im Griff hatte.“

Feuerwehrkraft wird beim Löschen verletzt

Wie das DRK Schaumburg am Donnerstag erklärte, sei aber doch ein Feuerwehrkamerad verletzt worden. „Meine ehrenamtlichen Rettungssanitäter haben ihn in unser Klinikum gebracht“, erklärt Bernd Koller, Präsident des DRK Schaumburg.

Die Ehrenamtlichen seien am Mittwoch mit 28 Helfern am Georgschacht im Einsatz gewesen, um die Feuerwehrkameraden mit Suppe und Würstchen zu verpflegen. Donnerstagfrüh waren die Rotkreuzler auch wieder vor Ort – mit Frühstück. „Ein großes Lob an alle Einsatzkräfte und auch an unseren Einsatzzug“, sagt Koller. von Mira Colic

Tönsmeier-Brand 2018