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Stadthagen Stadt Radwege zu schmal und marode
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Radwege zu schmal und marode
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17:30 26.05.2017
Wie an der Habichhorster Straße sind Radwege laut Testergebnis oft zu schmal, unübersichtlich und werden nicht ausreichend instand gehalten. Quelle: rg
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Stadthagen

 Während sich Bückeburg mit der Note 3,5 den 107. Platz verdient hat, liegt Stadthagen insbesondere wegen der Themenkomplexe Stellenwert des Radfahrens, Komfort und Sicherheit weit zurück. Die 76 Befragten bewerteten die Situation im Vergleich mit der Testnote 3,9 von 2014 sogar noch etwas negativer. Objektiv betrachtet habe sich die Lage nicht unbedingt verschlechtert, wie ADFC-Sprecher Andreas Klausing urteilt. „Aber es passiert einfach zu wenig. Wenn ein Radweg marode wird, stellt die Stadt ein Warnschild auf, belässt es 15 Jahre lang dabei und es wird noch schlimmer.“ Mit der Wertung 4,6 gehört dieser Teilaspekt des Tests zu den größten Mankos.

 Ähnlich kommt die Stadt in Sachen Wegbreite, Winterräumung, Ampelschaltung, Wegweisung und Führung an Bushaltestellen und Baustellen weg: Note 4,5 oder schlechter. „Besonders ältere Menschen fühlen sich mit dem Rad auf der Fahrbahn einfach nicht sicher, also fahren sie lieber über den Bürgersteig“, beobachtete Klausing. „Ist der Bürgersteig für den Radverkehr freigegeben, meint fast jeder Autofahrer, dass die Radler nichts auf der Fahrbahn zu suchen haben. Die Gefahren direkt an Hauseinfahrten und Kreuzungen erkennen sie dabei gar nicht.“

Keiner will die Kosten tragen

 Eine prinzipiell tragbare Lösung sei ein 1,5 Meter breiter Radweg, nicht auf dem Bürgersteig und vom Autoverkehr klar abgegrenzt durch eine durchgezogene weiße Linie. „Wegen des geringen Platzes müssten dafür an vielen Straßen die Bordsteine umgebaut werden, doch die Kosten dafür wird keiner tragen können“, sagt Klausing resigniert. Politische Verbündete gebe es für so ein Vorhaben nicht. „In der städtischen Radwege AG versuchen wir, kleine Schritte umzusetzen. Mehr als ein Projekt im Jahr wird kaum verwirklicht“, so der Tourenleiter-Obmann. Mit einer anschaulichen Broschüre über die Regeln im Radverkehr mit Beispielen aus der Stadt will die AG noch in diesem Sommer die Bürger zumindest aufklären (wir berichteten). Dafür gebe es nämlich noch einigen Nachholbedarf: „Allein an der Bahnhofstraße habe ich genug Gefahrensituationen und Unfälle durch Achtlosigkeit erlebt“, beklagt Klausing.

Weniger Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern

Kein Silberstreif für die Freunde des Zweirads am Stadthäger Horizont? Doch: Obwohl die Studie das Fehlen von öffentlichen Mieträdern als gravierendsten Mangel verbucht, sieht der Meerbecker Klausing hier das geringste Problem. „Der Info-Punkt hatte vor einiger Zeit schon Leihräder angeboten, die aber nicht groß nachgefragt wurden. Das ist wohl eher ein Fall für Kurstädte wie Bad Nenndorf.“ Auch das Problem der Behinderung durch Falschparker auf Radwegen falle in Stadthagen zwar ins Gewicht, sei aber seltener als andernorts. Genauso kommen hierzulande Fußgänger und Radfahrer etwas konfliktfreier miteinander aus. Im Vergleich der 27 einzelnen Fragen untereinander stellt der ADFC besonders die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums und das zügige Radfahren heraus. Und mit einer 3,2 für die Kategorie „Alle fahren Fahrrad“ reicht Stadthagen fast schon an die glatte Drei des Fahrrad-Mekkas Münster heran. geb