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Stadthagen Stadt Rote Fäden: Ehrlichkeit und Bürgerbeteiligung
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Rote Fäden: Ehrlichkeit und Bürgerbeteiligung
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17:48 08.01.2012
Den einen oder anderen herzlichen Lacher ausgelöst haben die Reden während des Neujahrsempfangs der Stadthäger SPD im Ratskeller. Quelle: rg
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Stadthagen (ssr). „Wir wollen vor allem den Bürgern mit Ehrlichkeit entgegentreten“, stimmte Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) in seinem Grußwort mit Blick auf 2012 diesen Tenor an. Dazu gehöre die Botschaft, dass es ein Freibad am „Tropicana“ in diesem Jahr aus finanziellen Gründen nicht geben werde, wurde er konkret. Trotz knapper Kassen sei ansonsten Vieles erreichbar. Aber nur, „wenn alle aktiv mithelfen und nicht nur auf das Rathaus schielen“, mahnte er in Richtung Bürgerschaft. Um die gewünschte Bürgerbeteiligung zu begünstigen, werde die Stadtverwaltung bei jeweiligen Vorhaben „stets den frühzeitigen Dialog mit Bürgern und Interessengruppen herstellen“.

Für größtmögliche Transparenz im kommunalpolitischen Handeln sprach sich SPD-Fraktionschef Karsten Becker aus. Dieser erwähnte die Bildung einer rot-grünen Koalition im Rat als Ergebnis der jüngsten Kommunalwahl und fügte hinzu: „Daraus entsteht neues Denken, und das ist für diese Stadt nicht das Schlechteste.“

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Becker, der just sein Interesse an einer SPD-Kandidatur für die nächste Landtagswahl bekundet hat, nutzte seine Rede zu für ihn ungewohnt schroffen Attacken auf die CDU/FDP-Landesregierung. Ein Blick auf die maroden Landesstraßen an der Bergkette und die tröpfelnde Landesfinanzierung für Kindertagesstätten zeige: „Niedersachsen taugt mittlerweile als Museum. Wer wissen will, wie es vor 25 Jahren in der DDR ausgesehen hat, der kann sich das hier in Niedersachsen anschauen“, holzte er gegen Schwarz-Gelb in Hannover.

Als Gastredner referierte Hans-Joachim Wegener, Geschäftsführer der Deka Kommunal Consult GmbH (Düsseldorf), über die „Energiewende vor Ort“. Es lohne sich für die kommunale Ebene in ökologischer, durchaus auch in wirtschaftlicher Hinsicht, stärker in die Energieversorgung einzusteigen, sagte er. Wichtig dabei: „Frühzeitig in transparenten Verfahren die Bürger mit einbeziehen, um Akezeptanz und Mitwirkung werben.“ Das könne bis zur Beteiligung von Bürgerkapital an Energieanlagen gehen.

Innovativ und ausdauernd

Seit 33 Jahren zählt er unstrittig zu den gleichzeitig innovativsten wie ausdauerndsten Ehrenamtlichen in der Kreisstadt. Nun hat Jürgen Lingner während des Neujahrsempfangs als Anerkennung dafür die Ehrenamts-Nadel der Stadthäger SPD für herausragendes bürgerschaftliches Engagement erhalten.

Angefangen habe es 1978 mit der Ausrichtung von Zeltlagern der sozialistischen Jugendorganisation Die Falken im Forsthaus Halt, rief Laudatorin Merve Neumann-Tietzer in Erinnerung. In den drei Jahrzehnten seitdem war Lingner unter anderem Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Schaumburger Initiative gegen Neonazis, des Umsonstladens, des Komm-Vereins (aus dem die „Alte Polizei“ hervorgegangen ist), des Fördervereins ehemalige Synagoge und des Arbeitskreises „Geschichte der Juden in Stadthagen“. Er war erster Moderator der Lokalen Agenda 21, erster Vorsitzender des Integrationsbeirates und Mitglied im Leitbild-Beirat.

Lingner hat oft Ideen, schiebt entsprechende Projekte an, betreut sie, bis diese selber laufen können und wendet sich dann sogleich wieder Neuem zu“, charakterisierte Neumann-Tietzer den Preisträger. „Klar bedeutet ehrenamtliches Engagement Arbeit für andere, ich selbst habe aber viel tiefe innere Befriedigung daraus gezogen“, dankte Lingner.

„Bin Laden tot – und Gottschalk hat auch schon . . .“

In ihren Jahresrückblick eingestiegen ist Merve Neumann-Tietzer, Moderatorin des Neujahrsempfangs, mit einer Liste prominenter Verstorbener.

Peter Alexander ist gestorben“, hob sie an. Dann fuhr sie fort: „Gadaffi und Bin Laden sind tot – und Gottschalk hat auch schon . . .“ In dem Moment, als ihr der Name des zwar ausgestiegenen, gleichwohl quicklebendigen früheren „Wetten dass .  . .“-Moderators herausgerutscht war, stutzte sie. Doch bevor sie eine rhetorische Kurve kriegen konnte, wurde sie schon mit lautstarkem Gelächter der zahlreichen Gäste überschüttet.

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