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Stadthagen Stadt SMS-Vorstand Detlef Schröter appelliert an Kritiker
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt SMS-Vorstand Detlef Schröter appelliert an Kritiker
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16:48 10.05.2019
Zur besseren Orientierung sind einige Geschäftsbezeichnungen eingetragen. Quelle: Buhre
Stadthagen

Seit Bekanntwerden der Überlegungen bekommt das Stadtmarketing viel Gegenwind zu spüren. Sollte das Votum der Händler so bleiben – die Umfrage des SMS ist in vollem Gange – werde das Stadtmarketing erneut an die Politik herantreten. Bürgermeister Oliver Theiß habe zugesichert, „das Thema ergebnisoffen zu bearbeiten und gegebenenfalls auch eine Bürgerbefragung durchzuführen“.

Zeit dafür wäre, wird doch bei der Umgestaltung der Innenstadt zunächst mit der Marktstraße begonnen. Schröter schränkt aber ein: „Uns ist bewusst, dass die Umsetzung an den Fördergeldern hängt. Sollte unsere Idee nicht förderfähig sein, ist sie gestorben. Die Stadt kann das nicht leisten.“

"Menschen wollen, dass etwas los ist“

Kopfschütteln ruft bei Schröter auch die in den sozialen Netzwerken geäußerte Kritik hervor: „Autos, die in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sind, stinken und lärmen nicht.“ Der SMS-Vorstand ist sogar überzeugt, dass die Aufenthaltsqualität gesteigert würde. Das sei doch in anderen Städten, speziell in Süddeutschland und Oberitalien, auch ganz deutlich zu sehen, „dass die Menschen da sitzen wollen, wo etwas los ist“. Der Anblick soll durch Rot- oder Weißdorne verschönert werden, die die jetzigen Kugelahorne ersetzen sollen.

An die Kritiker gewandt sagt Schröter: „Anstatt auf Facebook zu pöbeln, kann sich jeder gern mit Ideen an uns wenden.“ Irgendetwas müsse schließlich geschehen, wenn die Innenstadt nicht komplett aussterben solle. Schröter ist froh, dass nach 35 Jahren endlich die Entscheidung gefallen ist, den Innenstadt-Bereich neu zu machen und dass dafür sogar Fördergelder fließen. „Wir fordern beispielsweise bereits seit zwölf Jahren eine Anbindung zu Hagemeyer.“

Hohes Informationsdefizit

Durch die Fördermittel habe die Stadt nun eine echte Chance, etwas für die Entwicklung zu tun. „Was bringt es, alles neu zu machen, wenn sich an der Struktur nichts ändert?“ Zwei Drittel der bisher mit der Fragebogenaktion erreichten Kaufleute seien für die Idee. Weitere 40 gelte es noch anzusprechen. Bei den Gesprächen sei deutlich geworden, wie hoch das Informationsdefizit noch sei. „In den siebziger Jahren verlief ja hier noch die Bundesstraße, zu den Zuständen wollen wir natürlich auch nicht zurück. Wir haben ja eine neue Umgehung“ Schröter kontert den Gegnern der Idee: „Und wir haben ja auch jetzt schon durch die Taxen, Liefer- und Paketdienste jede Menge Verkehr an der Obern- und Niedernstraße.“

Durch eine neue Verkehrsführung könnte auch diese Situation verbessert werden. „Wir wollen 18 Stellflächen schaffen. Ich stelle mir vor, dass einige von diesen bis mittags als Be- und Entladezone den Zustellfahrzeugen vorbehalten bleiben.“ Die Frage, ob eine Parkscheibenregelung oder Parkautomaten mit Brötchentaste realisiert werden sollen, überlässt Schröter der Stadt. Die Parkflächen sind absichtlich dort geplant, wo aktuell Außengastronomie besteht, damit der Verkehr nicht direkt dort vorbeifließt. Die Pläne sehen zudem vor, dass der Bürgersteig an keiner Stelle schmaler als 3,50 Meter ist, acht Meter ist das Maximum. „Die Flächenverhältnisse ändern sich nicht. Den Leuten fehlt einfach die Vorstellungskraft. Das ist kein Hexenwerk, was wir vorhaben.“

Von Mira Colic